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Schulraumplanung

Der Bezirksrat hat zusammen mit einer interdisziplinären Strategiegruppe die Schulraumplanung bis ins Schuljahr 2040/2041 erarbeitet. Dabei verfolgt er einen Acht-Schritte-Plan. Die erste grosse Massnahme bildet die Aufstockung und der Umbau der Schulanlage Ebnet 1 und 2, worüber die Stimmberechtigten am 14. Juni abstimmen.

Die Bezirksschulen Küssnacht stehen vor wachsenden Herausforderungen in der Schulraumplanung. Steigende Schülerzahlen, neue Anforderungen an Unterricht und Betreuung sowie der Zustand einzelner Schulanlagen erhöhen den Handlungsdruck. Bereits seit 2021 setzt der Bezirk deshalb Übergangslösungen wie Pavillons und Provisorien ein. Diese Massnahmen konzentrierten sich bisher auf den Standort Küssnacht. Nun liegt erstmals eine umfassende Schulraumstrategie für den gesamten Bezirk bis ins Schuljahr 2040/2041 vor.

Der Bezirksrat hat die Strategie gemeinsam mit einer interdisziplinären Strategiegruppe erarbeitet. Begleitet wurde der Prozess von Fachpersonen aus Verwaltung und Planung. Die Arbeiten dauerten von Mai 2025 bis Mai 2026. Ziel der Strategie ist es, den Schulraumbedarf bis mindestens ins Schuljahr 2040/2041 zu decken und gleichzeitig wirtschaftliche sowie flexible Lösungen zu schaffen.

Die Strategie verfolgt mehrere Schwerpunkte: ausreichender Schulraum, effiziente Nutzung bestehender Flächen, nachhaltiger und auf den Finanzplan abgestimmter Einsatz finanzieller Mittel sowie eine abgestimmte Entwicklung aller Standorte im Bezirk.

Wachstum und Wandel

Die Schülerprognosen zeigen eine stetige Entwicklung nach oben bis ins Schuljahr 2040/41. Während die Bezirksschulen heute rund 1'330 Schülerinnen und Schüler zählen, sind in 14 Jahren 1'620 Schülerinnen und Schüler prognostiziert. Das entspricht einer Zunahme von rund 290 Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an den Schulbetrieb. Integrative Förderformen, schulergänzende Betreuung sowie unterschiedliche Klassenmodelle führen zu komplexen Raumansprüchen. Schulen entwickeln sich zunehmend zu Lern- und Lebensräumen mit vielfältigen Nutzungen.

Schülerprognosen bis ins Schuljahr 2040/2041. Während es im Bezirk Küssnacht aktuell rund 1'330 Schülerinnen und Schüler gibt, steigt diese Zahl gemäss Prognose bis zum Schuljahr 2040/2041 auf 1'620.

Prognose der Anzahl Schülerinnen und Schüler

Die Bezirksschulen Küssnacht lassen seit dem Schuljahr 2020/2021 Prognosen der Schülerinnen und Schüler sowie Klassenzahlen erstellen. Ziel der Prognosen ist es, die Entwicklung kurz-, mittel- und lang­fristig aufzuzeigen und damit die Bereitstellung von Schulraum weitsichtig planen zu können.

Prognose der Anzahl Schülerinnen und Schüler

Die Prognose der Anzahl Schülerinnen und Schüler ist der erste Schritt der Schulraumplanung. Der Prognosehorizont beträgt dabei 15 Jahre. Dies ermöglicht ausgehend von den aktuellen Werten und den analysierten Entwicklungstendenzen die bestmögliche und für die strategische Schulraumplanung zweckmässige Prognose.

Die Prognose für die Bezirksschulen Küssnacht wird von der Eckhaus AG erstellt und laufend aktualisiert. Sie basiert auf der Analyse diverser Inputgrössen. Es dienen die Angaben der Bezirksschulen Küssnacht, die eigene Raumbeobachtung sowie Daten des Bundesamts für Statistik (BFS):

Aus der obigen Prognose werden anschliessend die Anzahl Klassen und letztlich die erforderlichen Schulraumkapazitäten abgeleitet. Hierbei gilt zu beachten, dass die Schülerinnen und Schüler der Regelklassen sowie Spezialklassen zusammenzuzählen sind. Diese Zahlen sind aus der Tabelle oberhalb der Grafik ersichtlich. Die Bezirksschulen Küssnacht haben aktuell 1'331 Schülerinnen (davon 1'229 in Regelklassen und 102 in Spezialklassen). Für das Schuljahr 40/41 werden 1'620 Schülerinnen und Schüler prognostiziert (davon 1'482 in Regelklassen und 138 in Spezialklassen).

Zum kompletten Monitoring 25/26

Auch die bestehenden Schulanlagen unterscheiden sich stark in ihren Entwicklungsmöglichkeiten. Während der Standort Merlischachen über Reserven verfügt, sind andere baulich und betrieblich eingeschränkt. Im Bereich Sport bestehen bereits heute Engpässe bei den Turnhallenkapazitäten. Jedoch fehlt es insbesondere im Ebnet 1 und 2 an Gruppenräumen und Fachzimmern.

Grundlage der Planung bildet eine laufend aktualisierte Schülerprognose mit einem Planungshorizont von 15 Jahren. Diese basiert auf allen verfügbaren Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Bautätigkeit, Wohnungsgrössen und mehr. Ergänzt wird sie durch eine Kapazitätsplanung sowie einen schrittweisen Massnahmenplan.

Strategie festgelegt

Für die einzelnen Schulstandorte und Schulstufen wurden spezifische Entwicklungsstrategien definiert. In Immensee sind zusätzliche Klassen- und Kindergartenräume sowie ein Gymnastikraum vorgesehen. Merlischachen verfügt langfristig über ausreichende Kapazitäten und kann gar zusätzliche schulische Nutzungen aufnehmen.

Schulraumkapazitätsplanung (Tetris-Plan)

Der Tetris-Plan in der strategischen Schulraumplanung beschreibt die möglichst effiziente Anordnung und Nutzung von Räumen, Zeiten und Nutzergruppen, sodass alle Bedarfe ohne unnötige Leerlaufzeiten oder ungenutzte Flächen ineinandergreifen. Dabei werden Klassen, Fachräume und Mehrfachnutzungen wie Tetris-Steine so kombiniert, dass die vorhandene Infrastruktur optimal ausgelastet ist und flexible Anpassungen an schwankende Schülerzahlen möglich bleiben.

Die Strategiegruppe hat den Tetris-Plan bei ihrer Arbeit genutzt, um erstens die Kapazitätsengpässe zu erkennen und zweitens die Massnahmen sowie deren Reihenfolge daraus abzuleiten. Der Plan ist in erster Linie ein Dokument zur internen Nutzung. Aus Transparenzgründen ist er dennoch einsehbar.

Zum Tetris-Plan

In Küssnacht wurden die Engpässe in der Primarschule kurzfristig mit dem Pavillon Seematt und dem Schulraumprovisorium Chaspersmatte behoben. Diese beiden Provisorien müssen jedoch rückgebaut werden. Hinzu kommt, dass das Schulhaus Seematt 1 aufgrund der nutzungsplanerischen, topografischen und denkmalpflegerischen Einschränkungen nicht wie erforderlich optimiert werden kann. Deshalb wird das Schulhaus voraussichtlich ab Sommer 2035 einer anderen, nicht-schulischen Nutzung für die Bevölkerung zugeführt. Das Schulhaus Seematt 2 hingegen wird saniert und erweitert. Am Standort Ebnet entstehen durch Erweiterungen und dem späteren Neubau des Ebnet 3 ebenfalls zusätzliche Kapazitäten.

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Sportinfrastruktur. Hierfür sind während der ganzen Strategiephase kurz- und langfristige Ersatzmassnahmen erforderlich.

Acht-Schritte-Plan

Die Umsetzung der Schulraumstrategie erfolgt etappenweise. Der Bezirksrat verfolgt dazu einen Acht-Schritte-Plan:

  1. Umzug von Logopädie, Psychomotorik und Rektorat in eine gemietete Liegenschaft
  2. Aufstockung und Umbau Ebnet 1 und 2
  3. Erweiterung Immensee
  4. Rückbau Pavillon Seematt
  5. Neubau Ebnet 3
  6. Sanierung und Erweiterung Seematt 2 sowie Auflösung Seematt 1
  7. Rückbau Provisorium Chaspersmatte
  8. Ersatzmassnahmen für fehlende Turnhallenkapazitäten (während der gesamten Umsetzungsphase)


Der Zeitstrahl der Massnahmen auf einen Blick.

Den ersten grossen Schritt der Schulraumstrategie bildet die Aufstockung und der Umbau der Schulanlage Ebnet 1 und 2. Mit dem Projekt sollen neben den dringenden Sanierungen des 50-jährigen Schuhauses Ebnet 1 zusätzliche Unterrichts- und Gruppenräume geschaffen sowie die bestehende Infrastruktur an heutige Anforderungen angepasst werden. Über die entsprechende Ausgabenbewilligung für die Planung und den Bau stimmen die Stimmberechtigten am 14. Juni ab.

Ursprünglich plante der Bezirksrat, die Schulanlage Ebnet 3 noch vor der Aufstockung und dem Umbau der Schulanlage Ebnet 1 und 2 zu realisieren. Jedoch haben verschiedene Faktoren zu einer Neugewichtung der Prioritäten geführt. Ein wesentlicher Grund liegt im unterschiedlichen planerischen Umfang der beiden Projekte: Während beide Projekte notwendig sind, lassen sich die Aufstockung und der Umbau von Ebnet 1 und 2 jedoch deutlich schneller umsetzen als der Neubau des Ebnet 3. Diese Einschätzung bestätigt auch die Plausibilisierung der beiden Vorhaben.

Ein weiterer Faktor war das ursprünglich vorgesehene Zentrum für Sport, Kultur und Freizeit, dessen Planung eng mit jener des Ebnet 3 abgestimmt werden musste. Deshalb wurden die Arbeiten des Ebnet 3 zwischenzeitlich sistiert. Auch aus diesem Grund wurden die Aufstockung und der Umbau der Schulanlage Ebnet 1 und 2 vorgezogen.

Mit der neuen Priorisierung des Ebnet 1 und 2 gegenüber dem Ebnet 3 ergibt sich nun der Vorteil, dass für die Weiterentwicklung des Ebnet 3 mehr Zeit zur Verfügung steht. Diese zusätzliche Zeit kann genutzt werden, um das Ebnet 3 sowie den Standort Seematt kapazitätsmässig sorgfältig aufeinander abzustimmen. Zudem ermöglicht die neue Priorisierung, die Entwicklung der Schülerzahlen weiter zu beobachten, um bei Bedarf reagieren und die Primarschulkapazitäten allenfalls anpassen zu können.

Da das Zentrum für Sport, Kultur und Freizeit inzwischen bekanntlich nicht mehr in der ursprünglich angedachten Form realisiert wird, werden die Planungsarbeiten für Ebnet 3 nun wieder aufgenommen. Aktuell wird dazu eine zweite Machbarkeitsstudie erarbeitet.

Die Schulraumstrategie dient dem Bezirksrat künftig als Rahmen für die langfristige Entwicklung aller Schulanlagen. Die einzelnen Projekte werden in den kommenden Jahren schrittweise konkretisiert, projektiert und den politischen Entscheidungsprozessen zugeführt. Der Bezirksrat wird die Bevölkerung fortlaufend über weitere Entwicklungen diesbezüglich umfangreich informieren.

Weitere Informationen zur strategischen Schulraumplanung

Die strategische Schulraumplanung im Bezirk Küssnacht verbindet gezielte Massnahmen auf Ebene einzelner Schulanlagen mit einer übergeordneten Gesamtstrategie. Neben kurzfristigen Optimierungen des Bestands werden auch mittel- und langfristige Entwicklungsperspektiven einbezogen. Das Ziel besteht darin, ein abgestimmtes, robustes Gesamtsystem zu schaffen. Dieses soll räumliche, betriebliche und wirtschaftliche Anforderungen vereinen und eine koordinierte, schrittweise Umsetzung ermöglichen.

Absicht und Ziele der strategischen Schulraumplanung

Für die strategische Schulraumplanung für den gesamten Bezirk lassen sich aufgrund der vorliegenden Ausgangslage folgende übergeordneten Zielsetzungen festhalten:

  • Gewährleistung eines kurz- bis langfristig quantitativ und qualitativ den Anforderungen genügenden Schulraumangebots, welches ein hohes Mass an Flexibilität für künftige Anforderungen und Schulkonzepte aufweist;
  • Effiziente Nutzung des Raumangebots durch Synergieeffekte und sinnvolle Mehrfachnutzungen;
  • Haushälterischer Umgang mit Finanzen durch bedarfsgerechte und langfristig ausgerichtete Schulraumplanung;
  • Die strategische Ausrichtung und die sich daraus ergebenden pädagogischen, baulichen und finanziellen Massnahmen werden von der Bevölkerung, der Politik und den beteiligten Stellen mitgetragen und unterstützt.

Diese Zielsetzungen sollen in einer Schulraumstrategie mit ganzheitlicher Betrachtungsweise erreicht werden.

Der Bezirksrat hat diese Absicht und die Zielsetzungen mit der Einsetzung der Strategiegruppe Schulraum (SGS) und der Freigabe des Prozesses am 29. April 2025 bestätigt.

Projektorganisation und Prozess

Zur Erarbeitung der Schulraumstrategie hat der Bezirksrat eine Strategiegruppe Schulraum und eine fachliche Prozessbegleitung sowie Prozessunterstützung eingesetzt.

Die etablierte Projektorganisation gewährleistet die Einbindung der relevanten Entscheidungsträger sowie der fachlich zuständigen Stellen. Sie schafft die Grundlage für eine transparente Abstimmung zwischen den beteiligten Akteuren.

Die Projektorganisation ist auf eine kontinuierliche Weiterführung ausgelegt. Die Strategiegruppe bleibt auch in der Umsetzungsphase bestehen kann bedarfsgerecht beigezogen werden.

Die Projektorganisation, die Beteiligten und deren Aufgaben und Kompetenzen sind in einem Pflichtenheft festgehalten, welches für den Strategieprozess vom Bezirksrat am 26. August 2025 genehmigt wurde.

Die Strategiegruppe Schulraum ist interdisziplinär zusammengesetzt und vereint die für die strategische Steuerung relevanten Funktionen aus Politik, Verwaltung und Fachplanung. Damit wird sichergestellt, dass die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven sowie die finanziellen, organisatorischen und kommunikativen Anforderungen frühzeitig in den Prozess eingebracht und aufeinander abgestimmt werden. Die Besetzung orientiert sich an den zentralen Zuständigkeiten innerhalb des Bezirks und wird durch externe Fachkompetenzen ergänzt.

Bericht zur strategischen Schulraumplanung

Der Bericht zur strategischen Schulraumplanung ist ein umfangreiches Dokument, worin die Ausgangslage, die Herausforderungen und die Strategie mit den Massnahmen beschrieben werden. Der Bericht dient in erster Linie der internen Nutzung. Aus Transparenzgründen ist er dennoch einsehbar.

Zum Bericht

Informationsveranstaltungen 

Am 12. und 26. Mai: Info-Anlässe für die Bevölkerung

Die Bevölkerung ist eingeladen, sich am 12. Mai sowie am 26. Mai, jeweils von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Aula Ebnet, zu informieren. Fachpersonen aus Planung, Schule und Bezirksrat stellen das Projekt vor. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und einzelne Aspekte vertieft zu besprechen. Eine Anmeldung ist erforderlich, online oder telefonisch über das Schulsekretariat (041 854 50 80). Im Anschluss an die Präsentationen lädt der Bezirk zu einem Apéro ein, der Raum für persönliche Gespräche und einen direkten Austausch mit den Fachpersonen bietet.

Melden Sie sich hier für den Info-Anlass an. Der Bezirk freut sich auf Ihre Teilnahme.

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