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Küssnachter Kulturpreis: Die Nominierten der Kategorie «Einzelperson»

Dieses Jahr findet die zehnte Verleihung des Küssnachter Kulturpreises statt. In der Kategorie «Einzelperson» sind Katrin Odermatt, Kevin Guerreiro und Urs Knüsel nominiert und werden hier genauer vorgestellt.

Seit nunmehr zehn Verleihungen würdigt der Küssnachter Kulturpreis herausragende kulturelle Leistungen mit grosser Ausstrahlung für den Bezirk. Der Preis anerkennt das langjährige Engagement von Einzelpersonen oder Gruppen, die das kulturelle Leben in Küssnacht nachhaltig prägen und mit ihrem Wirken teilweise auch über die Bezirksgrenzen hinaus Beachtung finden.

Der Küssnachter Kulturpreis wird in drei Kategorien vergeben. Der Nachwuchspreis für Kulturschaffende bis 25 Jahre ist mit einem Preisgeld von 1000 Franken dotiert – gesponsert von der Schwyzer Kantonalbank. Wer bei den Einzelpersonen das Rennen macht, erhält ein Preisgeld von 3000 Franken. Gruppierungen wie Vereinen, Organisationen oder Personengruppen winkt ein Preisgeld von 4000 Franken. Berücksichtigt wurden Kulturschaffende aus sämtlichen Sparten, darunter bildende und angewandte Kunst, Musik, Tanz, Literatur, Theater, Film und neue Medien, Fotografie, Illustration, Brauchtum sowie soziokulturelle Aktivitäten.

Die Verleihung des zehnten Küssnachter Kulturpreises erfolgt im Rahmen des Kulturapéros. Dieses etablierte Format hat sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Kulturschaffende, Vereine, Institutionen sowie kulturinteressierte Einwohnerinnen und Einwohner entwickelt und bietet einen würdigen Rahmen für die Auszeichnung. Der Kulturapéro jährt sich in der kommenden Ausgabe zum 20. Mal. Er findet am 3. September 2026 statt.

Katrin Odermatt: Das Schweizer Sackmesser der Kunst aus Merlischachen

Die Merlischacher Künstlerin Katrin Odermatt verbindet ein vielgestaltiges künstlerisches Werk mit grossem kulturellem Engagement. In ihren Installationen, Skulpturen, Bildern, Videos und Performances schafft Katrin Odermatt Erfahrungsräume, die Erinnerung, Selbstverortung und Reflexion anregen. Ausgehend von persönlichen Erlebnissen und gesellschaftlichen Fragestellungen entwickelt sie Werke, die individuelle und kollektive Erfahrungen miteinander in Beziehung setzen. Ihre Arbeiten kreisen um Fragen von Identität, Bezogenheit und gesellschaftlicher Verantwortung und eröffnen neue Perspektiven auf das eigene Selbst sowie auf das Miteinander. Sie laden dazu ein, die Welt aufmerksam wahrzunehmen, Verbindungen zu entdecken, Gewohntes zu hinterfragen und sich im Hier und Jetzt immer wieder neu zu verorten.

Während zwölf Jahren prägte Katrin Odermatt als Mitglied der Kulturkommission Küssnacht das kulturelle Leben im Bezirk mit, sechzehn Jahre lang engagierte sie sich zudem im Vorstand von SchwyzKulturPlus für die Kultur im Kanton. Als Präsidentin von Visarte Zentralschweiz, dem Berufsverband der professionellen visuell schaffenden Künstlerinnen und Künstler, vertrat sie die Anliegen der Kunstschaffenden in der ganzen Zentralschweiz. Bis heute setzt sie sich unter anderem im Verein Kunst Schwyz, für den Küssnachter Künstlertreff und für das Kulturhaus am Rigi ein. Darüber hinaus wirkt sie als Kuratorin, Projektleiterin und Jurymitglied.

Als Nächstes erscheint ihr Buch «Selbstverortung», das während ihres Atelieraufenthalts in New York entstanden ist. Die Buchvernissage findet am 10. September 2026, von 19 bis 21 Uhr, im Atelier von Anne Guttormsen Fraser, Seeheimweg 2, in Küssnacht statt.

Weitere Informationen:
www.katrinodermatt.kleio.com

Kevin Guerreiro: Die Küssnachter Stimme für Chöre, Fado und Operetten

Kevin Guerreiro ist Sänger und Musiker – und seit seiner Geburt in Küssnacht zuhause. Seine musikalische Reise begann früh: als Chorsänger in der Luzerner Kantorei und mit Gitarrenunterricht an der Musikschule Küssnacht. Parallel zur Matura besuchte er den Vorkurs für klassischen Gesang an der Musikhochschule Luzern. Erste Soloauftritte an Schulkonzerten folgten; bald organisierte er eigene Konzerte, mit Engagements von Hochzeiten über offizielle Anlässe des Bezirks bis nach Zermatt.

2023 erreichte er als einziger Solokünstler unter 16 Bands den dritten Platz am Zentralschweizer Bandwettbewerb «Sprungfeder». Seit 2022 arbeitet er mit ESC-Gewinnerproduzent Benji Alasu zusammen; daraus entstanden Songs wie «Swedish Dream», «Not A Computer» und zuletzt «Lea us em Wallis». Die Chorfassung von «Lea us em Wallis» sang der männerxang küssnacht, in dem Guerreiro als Vizepräsident mitwirkt, am Chorwettbewerb 2025 und erhielt die Höchstnote 6. Auch als Operettensolist stand er mehrfach auf der Bühne, zuletzt in «Gräfin Mariza», und 2025 wurde seine Komposition «Romeo und Julia» mit dem männerxang uraufgeführt. Mit seinen Eltern organisiert er zudem jährlich Fado-Abende, die portugiesische Musik nach Küssnacht bringen.

Guerreiro schloss dieses Jahr sein Studium in Erziehungswissenschaft ab und verbrachte die letzten 6 Monate in Brüssel, um die Anliegen der Schweizer Hochschulen in der europäischen Bildungs- und Forschungspolitik zu vertreten. Die Balance zwischen beruflicher Sicherheit und kulturellem Engagement zu halten, ist nicht immer einfach. Dass er diesen Frühling einen Preis der Universität Zürich für seine Masterarbeit erhielt und nun für den Kulturpreis nominiert ist, zeigt: Die doppelte Mühe lohnt sich.

Weitere Informationen:
instagram.com/kevinguerreiromusic/

Urs Knüsel: Der Küssnachter Maskenschnitzer aus Leidenschaft

Urs Knüsel ist auf dem Bauernhof im Erli in Küssnacht aufgewachsen und als das zweitälteste von sechs Kindern.

Schon früh war es ihm ein Anliegen, das Dorfleben aktiv mitzugestalten. Während vieler Jahre engagierte er sich in verschiedenen Vereinen, unter anderem im Vorstand der FG Chalberschwanz. Die Fasnacht war für ihn nie nur ein Brauch, sondern gelebte Tradition und ein wichtiger Teil des Dorflebens.

Gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Anton Gössi entstand die Idee, eine neue Traditionsgruppe für die Küssnachter Fasnacht zu gründen – mit engem Bezug zur Region. So entstand das Konzept der Rigilüüt mit den Figuren Rigimaa und Rigifrau sowie dem historischen Bezug zu den Rigiträgern und ihrer Sänfte.

1975 begannen die Vorbereitungen. Knüsel übernahm die Herstellung der Holzmasken und suchte Gleichgesinnte, die mit ihm in Luzern Maskenschnitzkurse besuchten. Vier Jahre lang eigneten sie sichdieses Handwerk mit grossem Engagement an. Ihr Schnitzlehrer bestätigte ihnen schliesslich, dass sie bereit seien, die Masken selbstständig herzustellen. Er traute Knüsel sogar zu, später selbst Schnitzkurse zu leiten.

Anschliessend schnitzten sie zu zweit die übergrossen Figuren Rigimaa und Rigifrau. Nach unzähligen Arbeitsstunden war es 1980 so weit: Am FG-Ball im Zentrum Monséjour traten die Rigilüüt erstmals öffentlich auf – zugleich ihre offizielle Gründung.

Das Maskenschnitzen ist bis heute Knüsels grosse Leidenschaft. Seit vielen Jahren gibt er sein Wissen in Schnitzkursen weiter. Sein Wunsch ist, dass sich eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger findet, damit dieses traditionelle Handwerk und das damit verbundene Brauchtum auch in Zukunft weiterleben.

Weitere Informationen:
www.kreaholz.ch

Die Porträts der Finalistinnen und Finalisten in der Kategorie Gruppierung erscheinen im nächsten amtlichen Bericht.

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