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Internationaler Schulaustausch: Gäste aus Tallinn und Berlin

Im Rahmen des eines internationalen Austauschprojekts haben die Bezirksschulen Küssnacht Delegationen aus Tallinn und Berlin empfangen. Dadurch konnten sowohl die Gäste als auch der Gastgeber Einblicke in unterschiedliche Bildungssysteme gewinnen und den fachlichen Austausch vertiefen.

Der gemeinsame Austausch in Immensee, unter anderem mit (ab der 1. Person von links): Andrea Bachmann (Lehrperson in Immensee), Engin Çatık (Schulleiter der Friedrich-Bergius-Schule in Berlin), Meelis Kond (Schulleiter der 21st School in Tallinn) und Samuele Simonetto (Schulleiter in Immensee).

Während einer Woche besuchten die Gäste alle Schulstandorte der Bezirksschulen Küssnacht und führten Gespräche mit Schulleitungen sowie Lehrpersonen. Im Zentrum des Austauschprojekts der Stiftung Movetia standen Unterrichtsstrukturen, Digitalisierung sowie der Umgang mit Vielfalt im Schulalltag. Die Delegation aus Tallinn stammt aus der 21st School, einer der renommiertesten Schulen des Landes, das bekannt ist für seine fortschrittliche Digitalisierung. Die Berliner Delegation bestand aus Personen der Friedrich-Bergius-Schule, eine sogenannte Brennpunktschule. Der Austausch mit den Delegationen hilft, über den Tellerrand hinauszusehen und Neues dazuzulernen.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Samuele Simonetto, Schulleiter in Immensee und Mitinitiant des Projekts, betont: «In der Schweiz sind Schulen bereits gut vernetzt. Durch das Movetia-Projekt erhalten wir an den Bezirksschulen Küssnacht auch Einblicke über die Landesgrenzen hinaus. Dies ist in der heutigen, schnelllebigen Welt unabdingbar, um sinnvolle Schulentwicklungsprozesse frühzeitig einzuleiten und ganzheitlich zum Erfolg zu bringen.»

Auch Engin Çatık, Schulleiter aus Berlin, hebt Unterschiede hervor: «Hier wird den Schülerinnen und Schülern viel Raum gegeben, was in einer Grossstadt wie Berlin oft nicht möglich ist.» Es gebe jedoch auch viele Parallelen, wie den Fachkräftemangel und die Bedeutung moderner Unterrichtsformen. Auf die Frage, wovon sich die Bezirksschulen Küssnacht von der Friedrich-Bergius-Schule eine Scheibe abschneiden könne, nannte Çatık den Umgang mit Heterogenität. Diese sei im Bezirk zwar nicht so gross wie in Berlin, aber das mache den Umgang damit nicht minder wichtig.

Impulse für die Weiterentwicklung

Meelis Kond aus Tallinn zeigt sich beeindruckt von der Struktur der Schulen: «Die Aufteilung der Schuleinheiten ist interessant, und trotzdem bleibt alles durch das Rektorat und den Schulrat verbunden. Synergien werden gut genutzt.» Bezüglich der Digitalisierung lobt er die Bezirksschulen Küssnacht, sieht jedoch auch Bereiche, in welchen die Erfahrung aus Estland noch einfliessen kann.

Wichtige Themen des Austauschs waren zudem traumasensibler Unterricht sowie inklusive Klassenmodelle. Andrea Bachmann, Lehrperson in Immensee, fasst zusammen: «Die Wertvorstellungen, was wir den Kindern mitgeben wollen, sind überall ähnlich.»