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Einheimische Wildsträucher: Wichtiger Lebensraum für Tiere

Im Rahmen der diesjährigen Wildsträucheraktion durfte die Umweltstelle des Bezirks Küssnacht zusammen mit der Umwelt- und Energiekommission kürzlich 1000 einheimische Sträucher gratis abgeben.

Das Neuntöter-Männchen mit der schwarzen Augenmaske und dem rostroten Rücken.
Foto: Ruedi Aeschlimann

 

Über 100 Bestellungen für verschiedene Rosenarten, Berberitze, Liguster, Holun-der, Pfaffenhütchen und viele andere Pflanzen gingen ein. Die abgegebenen Pflanzen verschönern nun private Gärten im gesamten Bezirk. Auch zwei landwirtschaftliche Hecken wurden gepflanzt oder erweitert. 

Problematische invasive gegen wertvolle einheimische Pflanzen eintauschen

Die Aktion soll Gartenbesitzer motivieren, exotische und problematische Pflanzen (sogenannte invasive Neophyten) aus ihren Gärten zu entfernen und gegen wertvolle einheimische Pflanzen einzutauschen. Denn mit einheimischen Pflanzen schafft man einen wichtigen Lebensraum für Bienen, Vögel, Schmetterlinge sowie viele andere Tiere. Mit ihren wunderbaren Blüten, ihrem langanhaltenden Fruchtschmuck oder ihren essbaren Früchten erfreuen sie Mensch und Tier das ganze Jahr über. Vielleicht nutzt auch der Neuntöter, der Vogel des Jahres 2020, den ein oder anderen neu gepflanzten Dornenbusch.

Kostenlose Komposterde

Die Bewohner durften nebst ihren bestellten Pflanzen auch kostenlos Komposterde mitnehmen. Komposterde für den Garten kann auf der Kompostieranlage Chüelochtobel an der Talstrasse in Küssnacht während des ganzen Jahres kostenlos bezogen werden.

Neuntöter, der Vogel des Jahres 2020

Seinen Namen erhielt der Neuntöter aufgrund seines Beuteverhaltens. Er spiesst seine Beute auf Dornen und spitzen Zweigen auf oder macht sich dafür künstliche Elemente wie Stacheldraht zunutze. Momentan befindet sich der Vogel zwar in seinem Winterquartier im Süden der Sahara, aber ab Mai kommen die ersten Vögel zurück und beginnen mit der Balz sowie der anschliessenden Brut und Brutaufzucht. Der Neuntöter baut seine Nester vorwiegend in Hecken und ist auf unterschiedliche Lebensraumelemente angewiesen. Aus diesem Grund ist der Neuntöter ein Charaktervogel unserer halboffenen, reichstrukturierten Kulturlandschaft.  Mit seiner Körperlänge von 16 bis 18 cm ist der Neuntöter ein bisschen grösser als ein Spatz. Das Männchen fällt mit seinem grauen Kopf mit schwarzer Augenmaske und sei-nem rostroten Rücken auf. Das Federkleid des Weibchens dagegen wirkt mit braunem Kopf sowie etwas dunklerem Augenstreifen und Rücken eher schlicht. Der Ruf des Neuntöters beginnt oder endet mit einem typischen «dschä». Extensiv genutzte Wiesen und Weiden mit vielen Dornhecken, Einzelbüschen und kleinen Feldgehölzen dienen dem Neuntöter als Lebensraum. Wichtig sind ein reiches Vorkommen an Grossinsekten und eine gute Einsehbarkeit des Bodens. Optimal sind ein hoher Anteil an Dornsträuchern (Schwarzdorn, Kreuzdorn, Wildrosen) in Niederhecken mit südexponierten, extensiv genutzten Weiden und Wiesen.

Landwirte fördern den Neuntöter

Im landwirtschaftlichen Vernetzungsprojekt Küssnacht ist der Neuntöter einer der Leitarten. Dank der Schaffung von Lebensräumen und einer angepassten Nutzung fördern die beteiligten Landwirte neben vielen anderen Tierarten auch den Neuntöter.