Im Mai 2025 haben die Stimmberechtigten die Vorlage zum Massivbau der Asylunterkunft abgelehnt. Die Herausforderung für die dauerhafte Unterbringung Geflüchteter mit Integrationsauftrag bleibt jedoch dringlich. Eine externe Gebäudeanalyse rät zudem von einer Sanierung der bestehenden Containerunterkunft ab. Deshalb strebt der Bezirk einen modularen Ersatzbau an. Dafür bezieht er neben der Planungskommission eine Echogruppe mit ein.
Die externe Analyse rät von einer Sanierung der bestehenden Anlage ab.
Die Containeranlage als Asylunterkunft im Luterbach ist veraltet und nicht mehr zweckmässig. Besonders die hohen Heiz- und Stromkosten belasten das Budget des Bezirks erheblich. Neben den finanziellen Aspekten sind auch die Wohnverhältnisse problematisch. Die Container bieten kaum Rückzugsmöglichkeiten, insbesondere für Kinder und Familien. Um die Personen aus dem Asylbereich unterzubringen, mietet der Bezirk Küssnacht zudem Wohnungen an. Die Wohnungssuche bindet zusätzliche Personalressourcen und schafft einen Konkurrenzkampf zwischen Bezirk und Privaten, was keiner Seite nützt.
Nach der Ablehnung der Vorlage hat der Bezirksrat verschiedene Möglichkeiten für die Unterbringung von Geflüchteten geprüft. Die naheliegende Lösung wäre eine Sanierung der Containeranlage im Luterbach. Um die Containersubstanz zu überprüfen, hat sich der Bezirksrat entschieden, ein externes Unternehmen beizuziehen. Die Bestandsanalyse zeigt jedoch, dass eine Ertüchtigung sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht unverhältnismässig ist.
Ein konkretes Beispiel liefert die Auswertung des Energieverbrauchs. Sämtliche Werte zeigen eine unzureichende Wärmedämmung. Dieses Problem könnte gemäss der Analyse nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand gelöst werden. Der wirtschaftliche Aufwand der energetischen Ertüchtigung allein spricht bereits gegen eine Weiterverfolgung des Vorhabens.
Erschwerend dazu folgen Massnahmen zur Einhaltung der Raumflächen, Brandschutz, Barrierefreiheit und gegebenenfalls Lärmschutz, die auf den Stand der Neubauvorschriften gebracht werden müssten. Gleichzeitig sind die Temperaturen im Sommer innerhalb der Containeranlage unzumutbar: Im August wurden 37.5 Grad Celsius in den Räumen gemessen. Auch die Bausubstanz der Containeranlagen ist veraltet.
Das beauftragte Unternehmen rät daher von einer Weiterbearbeitung der bestehenden Siedlung ab. Somit sind alternative Lösungen gefragt.
Um die Herausforderungen im Asylwesen anzugehen, erarbeitet der Bezirk zurzeit eine Unterbringungsstrategie bis 2040. Darunter gehört auch ein modularer Ersatzbau zur Unterbringung Geflüchteter. Dafür wird der Bezirksrat Ende November 2025 eine Planungskommission einberufen. Diese wird aus externen Fachleuten sowie aus Vertretenden des Bezirksrats und der Bezirksverwaltung bestehen. Sie wird sich mit den Bau- und Planungsfragen befassen. Darüber hinaus soll eine neue Echogruppe entstehen. Die Echogruppe ist ein Begleitgremium mit interessierten Personen aus der Bevölkerung, die jeweils vor der breiten Öffentlichkeit die Überlegungen des Bezirksrats und der Planungskommission aus erster Hand erfahren und ihre Meinung einbringen können. Während jede lokale Partei eine Person für die Echogruppe stellen kann, möchte der Bezirk ausserdem weitere Personen aus der Bevölkerung einladen, an der Echogruppe teilzunehmen.
Die Echogruppe wird die Arbeit der künftigen Planungskommission zum Bauprojekt des Modulbaus begleiten und spiegeln. Sie dient damit nicht als allgemeines Mitwirkungsgremium zur gesamten Unterbringungsstrategie, sondern konzentriert sich auf den konkreten Planungsprozess.
Neben dem langfristigen Ziel einer modularen und dezentralen Unterbringung verfolgt der Bezirksrat auch kurzfristige Entlastungsmassnahmen. So prüft der Bezirk derzeit die temporäre Umnutzung von Büro- und Gewerberäumen.
Wer die eigene Meinung auf das Bauprojekt des Modulbaus für die Asylunterkunft kundtun will, sei es aus fachlicher oder aus gesellschaftlicher Sicht, kann sich beim Bezirk melden. Die Plätze sind begrenzt. Damit eine möglichst ausgewogene Echogruppe das Bauprojekt bereichert, schreiben Sie uns bitte bis am 17. November Ihre Beweggründe und allfälliges Vorwissen für den Beitritt in die Gruppe.