Schülerzahlen steigen kontinuierlich an, dringender Investitionsbedarf bei vielen Schulgebäuden.
Seit dem Schuljahr 2019/20 werden im Rahmen der Schulraumplanung alle Ortsteile und Schulstufen des Bezirks Küssnacht durch die Eckhaus AG prognostiziert und jährlich in einem Monitoring überprüft, die zu erwartenden Schüler- und Klassenzahlen werden erarbeitet, mit früheren Prognosen verglichen und laufend konsolidiert. Das Monitoring der Schüler- und Klassenprognose erfolgt anhand der aktuellen Raumbeobachtung und Inputdaten (Einwohnerinnen und Einwohner, Schule, Wohnbau) in der Prognosedatenbank ECKDATEN mit dem Vergleich zu den vergangenen Prognosen.
Der Bezirk entwickelt sich weiterhin dynamisch und mit ihm auch die Schüler- und Klassenzahlen. Küssnacht verfügt über stabile Geburtenzahlen, eine rege Wohnbautätigkeit und stabil wachsende Bevölkerungsgruppen der 0–15-Jährigen und 26–45-Jährigen (potenzielle Eltern). Die Entwicklung der Spezialklassen ist zu beobachten und in die Planung einzubeziehen.
In der Raumbereitstellung sind das Klassenwachstum aufgrund der Schülerinnen- und Schülerzunahme zusammen mit den anstehenden Sanierungsvorhaben, der Ersatzplanung des Pavillons Seematt und der beiden Doppel-Kindergärten Boden und Pavillon, dem Schulraumdefizit (Strukturdefizit bei Fachzimmern) und Sporthallendefizit sowie dem Zeitbedarf für die Realisierung von Baumassnahmen im Zusammenhang mit dem kurzfristigen Schulraumbedarf zu beachten. Folgende Thematiken gilt es hierbei miteinzubeziehen:
Die Ressorts Infrastruktur und Bildung arbeiten gemeinsam mit Hochdruck daran, die Herausforderungen zeitnah anzugehen.
Die Stammprognose geht von einem Wachstum von rund 200 Schülerinnen und Schülern in den kommenden 4–5 Jahren und darauffolgend von weiteren 150 Schülerinnen und Schülern aus. Dies bedeutet in der Folge mindestens 7 Klassenkapazitäten mehr. Zusammen mit dem Rückbau des Provisoriums Seematt sowie der Integration der Doppel-Kindergärten Boden und Pavillon, muss folglich eine komplett neue Schuleinheit entstehen, wenn man die Kapazitäten mit den bestehenden Schuleinheiten vergleicht.
Wenn Schulräumlichkeiten gebaut werden, wird oft von Klassezimmern gesprochen. Hierbei werden jedoch jeweils Gruppenräume, Lehrerzimmer, Fachzimmer, Zimmer für Deutsch als Zweitsprache und Integrative Förderung, Schulleitungsbüro, Hauswarträume und weitere Räume nicht berücksichtigt. Mit dem Begriff «Klassenkapazitäten» meint man Klassenzimmer mit allen Räumen, welche für einen Schulbetrieb heute dazugehören.
Die Chaspersmatte, welche zentral im Dorf Küssnacht liegt, bietet den idealen Standort, um einerseits die neuen Klassen zu beschulen und andererseits die notwendigen Auslagerungen während der Sanierungs- und Erweiterungsphasen vorzunehmen. Hierbei wird auf ein kostenbewusstes, jedoch auch pädagogisch sinnvolles Provisorium gesetzt, welches nach Abschluss der diversen Vorhaben wieder verkauft werden kann. Der provisorische Schulstandort Chaspermatte soll Platz für 16 Klassenkapazitäten bieten.
Am Schulstandort Seematt besteht einerseits hoher Sanierungsbedarf im Seematt 1, andererseits ist die Schuleinheit verzettelt. So werden die Einführungsklassen im Seemattweg geführt, und ein Teil der Kindergärten befinden sich im Seematt 2.
Dies ist für die Zusammenarbeit unter den Lehrpersonen eine grosse Herausforderung, welche mit Bedacht angegangen werden muss. Des Weiteren ist der Kindergarten Hörnli, welcher zu dieser Schuleinheit gehört, in sehr schlechtem Zustand und es ist dringender Sanierungbedarf angezeigt. Die Kindergärten dieser Schuleinheit haben zudem ungeeignete bis keine Aussenspielplätze. Der Schuleinheit fehlt es zudem an Räumlichkeiten. Gerade in Schuleinheiten wie jenen im Seematt, in welchen die Integrationsthematiken grosse Herausforderungen darstellen, sind Räumlichkeiten, Raumkapazitäten und die dazugehörenden pädagogischen Massnahmen von enormer Bedeutung.
Die Oberstufe Ebnet verfügt seit Jahren über zu wenig Gruppenräume gemäss kantonalen Richtlinien. In der Folge werden die Gruppenarbeiten auf die Gänge verlagert, was einerseits feuerpolizeilich bedenklich und andererseits fluchtwegtechnisch nicht mehr toleriert wird. Hier ist eine Erweiterung unumgänglich. Diese wird derzeit mittels eines Ausbaus des Dachstocks des Ebnet 1 geprüft. Mit dem Ausbau einhergehend ist eine Erdbebenertüchtigung notwendig. Der geplante Ausbau bringt eine Kapazitätserweiterung um sechs Schulzimmer inklusive Gruppenräume.
Die beiden Doppelkindergärten sind stark in die Jahre gekommen. Sie weisen sowohl baulich wie auch energetisch diverse Mängel auf. Deshalb sollen sie in eine neue Schuleinheit integriert und rückgebaut werden. Der Rückbau und ein allfälliger Schulstandort Ebnet 3 bedürfen der Integration der Kindergärten in ein Provisorium.
Auf dem Gebiet, auf welchem derzeit der Pavillon und die Oase stehen, soll eine neue Schuleinheit Ebnet 3 mit 16 Klassenkapazitäten entstehen. Diese könnte die beiden Kindergärten Pavillon Ebnet und Boden integrieren. Das Grundstück des Pavillons Boden stünde dann dem Bezirk wieder zur Verfügung. Mit dem derzeitig angedachten Projekt (Machbarkeitsstudie) würde der bestehende Rasenplatz Ebnet weiterhin zur Verfügung stehen.
Nicht zu vergessen sind die Sportmöglichkeiten. Derzeit stehen den Bezirksschulen, die aufgrund der Blockzeiten an feste Unterrichtszeiten gebunden sind, keine zusätzlichen Optionen zur Benutzung der Turnhallen mehr zur Verfügung. Die Ressourcen in allen Hallen sind vollends ausgeschöpft, was zu Kapazitätsengpässen führt. Hier ist ebenfalls dringender Handlungsbedarf angezeigt.