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So reagiert der Bezirk auf den Fachkräftemangel

Im hart umkämpften Arbeitsmarkt ist jederzeit Flexibilität gefragt. Nur so kann auf zukünftige Bedürfnisse eingegangen werden.

Die Mitarbeiterinnen des Personaldienstes Bezirk Küssnacht, von links: Ramona Frei, Isabella Krapf, Ramona Gander (Leiterin), Heidy Setto und Nadine Kündig. Auf dem Bild fehlt Janina Thali.

 

Im hart umkämpften Arbeitsmarkt ist jederzeit Flexibilität gefragt. Nur so kann auf zukünftige Bedürfnisse eingegangen werden. Dies gilt auch für den Bezirk Küssnacht und den Personaldienst, die HR-Abteilung. Die Arbeitgeberattraktivität  und der momentane Fachkräftemangel sind auch für den Bezirk Küssnacht bedeutende Themen. Welche Rahmenbedingungen sind zu beachten? Wie werden die aktuellen Herausforderungen angepackt? Ramona Gander, die Leiterin der HR-Abteilung, beantwortet diese und weitere wichtige Fragen.

An der Urnenabstimmung vom 18. Juni 2023 wurde der Schaffung einer rechtlichen Grundlage für ausdrückliche Vorbehalte gegenüber dem kantonalen Personal- und Besoldungsgesetz zugestimmt. Was bedeutet dies für den Bezirk?

Ramona Gander: Mit dem positiven Abstimmungsergebnis vom 18. Juni 2023 wurde eine wichtige rechtliche Grundlage geschaffen. Der Bezirksrat erhält den notwendigen Handlungsspielraum bezüglich der Anstellungsbedingungen, um zukünftig gezielter auf neue Bedürfnisse eingehen zu können.

Vor einem Jahr setzte der Bezirk eine Organisationsreform um. Welche Hauptziele wurden damit verfolgt?

Die Organisationsreform hatte das Ziel, das Ressort Finanzen und Personal zu trennen und somit den beiden Themenbereichen mehr Gewichtung zu geben. Der Bereich Finanzen wurde in diesem Zusammenhang zum Ressort Finanzen/ICT. Der Personalbereich wurde im Ressort Zentrale Dienste zusammen mit den Einwohnerdiensten vereint.

Der Personaldienst der Bezirksverwaltung Küssnacht

Der Personaldienst erbringt HR-Dienstleistungen für die Mitarbeitenden des Bezirks Küssnacht. Die Zuständigkeit reicht von der Personalgewinnung über die Personalhonorierung bis zur Personalentwicklung. Die HR-Abteilung pflegt das Lohnsystem, berät Mitarbeitende und Vorgesetzte in personellen Angelegenheiten und stellt eine einheitliche Anwendung des Personalrechts sicher.

Was hat sich mit der neuen HR-Abteilung innerhalb der Bezirksverwaltung sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verändert?

Dazu Landschreiber Marc Sinoli: «Der Personaldienst ist durch den organisatorischen Umbau zweifelsfrei viel besser aufgestellt. Der Bezirk weist mittlerweile eine Grösse auf, wo ein aktives Personalwesen unabdingbar ist. Der Bezirk kann damit auf die täglichen Herausforderungen im Personalbereich aktiver und gezielter reagieren. Dies ist in der heutigen Zeit immer wichtiger und stellt für alle involvierten Parteien einen spürbaren Mehrwert dar.»

Und was bedeutete die Reform für den Personalbereich?

Durch diese Reorganisation erhielt der Bereich Human Resources (HR) einen anderen Stellenwert. Themen wie der Fachkräftemangel, die Mitarbeiterbetreuung und -entwicklung sowie die Kulturentwicklung weisen seither eine grössere Bedeutung auf und es kann aktiver auf Kernthemen im Personalbereich reagiert werden. So stehen aktuell viele Projekte an, welche den Bezirk Küssnacht auf dem Stellenmarkt weiterbringen sollen.

Was macht die Bezirksverwaltung im Bereich des Personalmanagements?

Während des letzten Jahres haben wir viel in ein modernes Personalmanagement investiert. Strukturen wurden angepasst und die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit intensiviert. Ziel ist es, den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden.
So entwickelt sich ein modernes Personalmanagement immer mehr in Richtung Beratung von Mitarbeitenden und Vorgesetzten und weg von der rein klassischen Administration.

Der Personaldienst des Bezirks also als Sparringpartner in schwierigen Situationen und bei den täglichen Herausforderungen?

Genau so ist es. Dabei wird es immer eine Gratwanderung zwischen den Bedürfnissen der Mitarbeitenden sowie den Anforderungen des Bezirks und den Vorgesetzten sein.  Genau dies macht die Personalarbeit für uns so spannend. Möchte man für zukünftige Mitarbeitende attraktiv sein, so ist eine offene, sympathische HR-Abteilung unumgänglich. Diese soll sich für Mitarbeitende wie auch Vorgesetzte bzw. den Bezirk gleichermassen einsetzen.

Welche Leistungen bieten Sie den den Mitarbeitenden des Bezirks?

Generell geht es darum, den Bezirk als Arbeitgeber noch attraktiver zu machen. Dafür wird auf bereits vorhandene Benefits gesetzt, aber auch neue Anreize sollen geschaffen werden. Heute schon bietet der Bezirk Küssnacht seinen Mitarbeitenden viele Vorteile. So wird von vielen Mitarbeitenden die sinnstiftende Aufgabe innerhalb des Bezirks sehr geschätzt. Zudem können die Mitarbeitenden von flexiblen Arbeitszeiten und Entwicklungsmöglichkeiten profitieren. Auch das Arbeiten im Homeoffice und das aktive Mitgestalten und Mitwirken werden gefördert. Mit zusätzlichen Benefits wie den Teamanlässen und Weihnachtsessen, dem Halbtax-Abo und den Reka-Checks kann der Bezirk ebenfalls punkten. Weiter können die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch bei der Altersvorsorge individuell auf ihre Bedürfnisse bezogen einen Sparplan wählen und so von mehr Sparkapital im Alter profitieren.

Auch der Bezirk bleibt vom Fachkräftemangel nicht verschont. Wie reagieren Sie darauf?

Es ist richtig, dass zurzeit auch öffentliche Verwaltungen wie der Bezirk Küssnacht mit den gleichen Herausforderungen wie private Unternehmungen kämpfen. Dies zeigt sich deutlich in der wesentlich längeren Aufschaltungsdauer von Stelleninseraten, beim geringen Rücklauf an Bewerbungen und teilweise bei der schwachen Qualität der eingehenden Bewerbungsdossiers. Der Rekrutierungsaufwand hat in den letzten Jahren massiv zugenommen und Kreativität im Kampf um gute Fachpersonen ist eminent wichtig. Der Bezirk hat begonnen, das Arbeitgebermarketing («Employer Branding») zu intensivieren und die Sozialen Medien für die Rekrutierung zu nutzen. Diese Bereiche sollen in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Wie sehen diese neuen Wege aus?

Bewerberinnen und Bewerber sind seltener aktiv auf Stellensuche und sollen mit gezielten Aktivitäten über die Sozialen Medien angesprochen werden. So möchten wir potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten auf uns aufmerksam  machen, welche nicht aktiv auf Stellensuche sind.
Nebenbei sollen die aufgeschalteten Stelleninserate zukünftig einen höheren Rücklauf generieren. Obwohl wir im Moment nicht alle Stellen besetzen können, ist es uns dennoch möglich, die Anliegen der  Bevölkerung jederzeit zu bearbeiten. Trotzdem spüren wir grosse Herausforderungen im Bereich der Projektleitung, der Immobilienbewirtschaftung und im sozialen Bereich.

Sie haben die nicht besetzten Stellen erwähnt. Wie ist Ihre HR-Abteilung zurzeit aufgestellt?

Für die Umsetzung der Massnahmen arbeiten beim Bezirk Küssnacht zurzeit sechs Personen mit 440 Stellenprozenten im Personaldienst. Diese zeigen täglich vollen Einsatz für die über 360 Mitarbeitenden und Lehrpersonen. Zudem bilden wir sechs kaufmännische Lernende und ab Sommer zwei Lernende im Werkdienst aus. Darüber hinaus bietet der Bezirk immer wieder Praktikums- und Ausbildungsplätze im Rettungsdienst, in der Sozialarbeit und neu auch am Bezirksgericht an. Mit der Ausbildung von jungen Talenten möchte der Bezirk den Fachkräftemangel bekämpfen und neue Fachpersonen ausbilden.

Apropos Lernende: Wie finden Sie diese für den Bezirk?

Auch aus unserer Sicht ist die Förderung des beruflichen Nachwuchses sehr wichtig. Wir machen die Lernenden mit verschiedenen Massnahmen auf die interessanten und spannenden Ausbildungen beim Bezirk aufmerksam. Zu diesen Massnahmen gehören  Schnupperlehren und der Zukunftstag, Betriebsführungen für Schülerinnen und Schüler der Bezirksschulen sowie die Mithilfe bei den Meilensteinen im Bereich «Vorstellungsgespräche» (ebenfalls für Schülerinnen und Schüler der Bezirksschulen).

Das Ressort Zentrale Dienste des Bezirks Küssnacht

Das Ressort Zentrale Dienste umfasst gesamthaft folgende Einsatzbereiche:

  • Bevölkerungsdienste (Einwohnerwesen, Bürgerwesen, AHV-Zweigstelle, Todesfall- und Bestattungswesen, Hinterlegung Testamente)
  • Anlässe/Kultur/Tourismus
  • Personalmanagement (Beschaffung und Administration, Betreuung und Entwicklung, Führungsunterstützung, Lohnwesen inkl. Schule)
  • Materialbeschaffung (Büromaterial)
Petra Gamma Grüteer
Frau Statthalter Petra Gamma Grüter steht dem Ressort Zentrale Dienste vor.