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Innovative Energiepolitik im Bezirk Küssnacht

Der Bezirk Küssnacht ist seit 2009 Energiestadt.

Alle vier Jahre muss der Bezirk in einem Reaudit nachweisen, dass er den Verpflichtungen als Energiestadt nachkommt. 2023 findet wiederum ein Reaudit statt. Der Bezirk kann dabei eine gute Erfolgsbilanz ausweisen.  Der Bezirk Küssnacht ist heute eine von über 464 Energiestädten in der Schweiz, dabei ist jede Energiestadt einzigartig. Entsprechend flexibel müssen die Kriterien sein, um die Energiestädte zu beurteilen. Hauptziel ist aber, dass die Gemeinden eine aktive Energiepolitik betreiben und auch messbare Erfolge erzielen können. So werden insgesamt sechs Bereiche betrachtet.

Energiebuchhaltung

Einer dieser Bereiche sind die eigenen Bauten und Anlagen des Bezirks. Mit einer Energiebuchhaltung wird der Wärme- und Elektrizitätsverbrauch der Bezirksbauten erfasst. Der Bezirk Küssnacht kann dabei seine Vorbildrolle mit Fakten belegen: Seit der Erstzertifizierung hat sich der Energieverbrauch für fossil erzeugte Wärme mit Heizöl/Gas um 76 % vermindert, gleichzeitig ist der Anteil der erneuerbaren Energien von 49 % auf 86 % gestiegen und die CO2-Emissionen sind um 61 % gesunken. Im Rahmen von Energiestadt wird der Bezirk auch in den Bereichen Entwicklungs- und Raumplanung, Mobilität, Ver- und Entsorgung beurteilt, dessen interne Organisation sowie im Bereich Kommunikation und Kooperation.

Energieförderprogramm

Roman Schlömmer ist im Bezirksrat für Energiestadt zuständig und weist auf den wichtigsten Punkt hin: «Es ist wichtig, dass Energiestadt von der Bevölkerung mitgetragen und praktisch umgesetzt wird». Damit die Gebäudebesitzer beispielsweise wissen, wie sie den Energieverbrauch in ihren Bauten vermindern können, werden regelmässig Informationsveranstaltungen durchgeführt. Ergänzend dazu leistet der Energieberaterverein Küssnacht praktische Unterstützung mit verschiedenen Beratungsangeboten. Zusätzlich hat der Bezirk seit Jahren ein eigenes Förderprogramm und kann so energiepolitische Akzente wie Anreize für Gebäudebesitzer im Bezirk setzen. Das Energieförderprogramm leistet unter anderem auch finanzielle Beiträge für Ladeinfrastrukturen für Elektroautos, energieeffiziente Haushaltsgeräte und den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) bei Photovoltaikanlagen. Dies sind alles energetische Massnahmen, welche vom Kanton nicht unterstützt werden.

Label Energiestadt Gold

Die Umwelt- und Energiekommission begleitet ebenfalls seit 2008 das Thema Energiestadt. Sie hat einen Zielpfad Wärme und einen Zielpfad Elektrizität erarbeiten lassen. Damit das langfristige Ziel «Netto-Null CO2» bis 2050 erreicht wird, wurden Zielwerte bereits für 2025 formuliert. Mit diesem Etappenziel kann überprüft werden, ob der Bezirk auf dem richtigen Weg ist. Die Umwelt- und Energiekommission hat sich zum Ziel gesetzt, 2027 mit dem Label Energiestadt Gold ausgezeichnet zu werden. Der Bezirk Küssnacht wird damit eine der ersten Energiestädte mit dieser Auszeichnung im Kanton Schwyz. Roman Schlömmer dazu: «Mit unserer Energiepolitik leisten wir einen Beitrag für die Zukunft und für die nächste Generation, wir wollen dies mit messbaren Leistungen erreichen.»