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Gezielte Massnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs

Der Bezirksrat sieht viel Potenzial bei der konsequenten Umstellung der Be-leuchtungssysteme auf LED.

Die Bezirksverwaltung geht mit gutem Beispiel voran. Seit Jahren verzichtet sie auf die nächtliche Scheinwerferbeleuchtung der Rathäuser in Küssnacht.

 

Der Schweiz droht eine Strommangellage. Deshalb forderte der Bundesrat die Bevölkerung unlängst auf, Energie zu sparen. Viele Küssnachterinnen und Küssnachter ziehen mit und verzichten beispielsweise in diesem Jahr auf üppige Weihnachtsbeleuchtungen. In den vergangenen Wochen gelangten zudem vermehrt Bürgerinnen und Bürger an den Bezirk mit Fragen. Viele wollen wissen, ob der Bezirk auch Sparbemühungen unternimmt.

LED-Umrüstungen bei Bezirksliegenschaften

Der Bezirksrat und die Verwaltung nehmen die Sparappelle des Bundes ernst. Der Bezirk Küssnacht fühlt sich aber nicht erst seit diesem Herbst verpflichtet, haushälterisch mit Strom umzugehen. So verzichtet er beispielsweise seit Jahren auf die nächtliche Scheinwerferbeleuchtung der Rathäuser.
Seit dem Jahr 2009 besitzt der Bezirk ein Energiestadt-Label. Seither überprüft er seinen Stromverbrauch laufend und versucht diesen stets zu optimieren. Das grösste Einsparpotenzial sieht der Bezirksrat derzeit bei der fortlaufenden Umrüstung von bezirkseigenen Beleuchtungssystemen auf LED-Technologien. Ein grosser Teil der Strassenbeleuchtungen konnte in den vergangenen Jahren bereits umgerüstet werden. Für das kommende Jahr sind – vorbehältlich der Budgetgenehmigung durch die Bezirksgemeinde vom 12. Dezember 2022 – LED-Umrüstungen bei verschiedenen Bezirksliegenschaften geplant – so beispielsweise beim Mehrzweckgebäude Kreuzmatt, bei der Zivilschutzanlage, der Bibliothek, im Rathaus 2 sowie in den Schulhäusern Ebnet 1 und 2 sowie Seematt 1.

Strassenbeleuchtungen weiterhin in Betrieb

Kurzfristig sieht der Bezirk vor allem in kleinen Massnahmen Potenzial, Strom zu sparen. So werden die Mitarbeitenden des Bezirks derzeit noch bestimmter angehalten, Elektrogeräte nicht unnötig laufen zu lassen. Beim Verlassen eines Raums sollen zudem konsequent die Lichter gelöscht werden. Neben den bereits in den vergangenen Jahren umgesetzten energetischen Massnahmen ist der Bezirk auch beim Heizen auf einen optimierten Umgang mit Energie bedacht. In der Diskussion um weitere Sparmassnahmen musste der Bezirk aber feststellen, dass sich Strassenbeleuchtungen nicht von heute auf morgen abstellen lassen. Die Thematik ist komplex. Neben unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen, rechtlichen Schranken und Sicherheitsaspekten gibt es auch technische Komponenten, die gegen eine Abschaltung von Strassenlampen sprechen. Technisch ist es nämlich derzeit praktisch unmöglich, einzelne Plätze oder Strassenabschnitte während gewissen Zeiten nicht zu beleuchten.

Ein sparsamer Umgang mit der Energie lohnt sich

Nichtsdestotrotz fühlt sich der Bezirk Küssnacht als Energiestadt verpflichtet, sich kontinuierlich für die effiziente Nutzung von Energie, für Klimaschutz, erneuerbare Energien und umweltverträgliche Mobilität einsetzen. Wegen der derzeit hohen Strompreise lohnt sich ein sparsamer Umgang mit der Energie gleich in mehrfacher Hinsicht.

Die hohen Stromtarife im Bezirk Küssnacht müssen akzeptiert werden

Der Strom im Bezirk Küssnacht wird teurer – und zwar um mehr als das Doppelte. Im Durchschnitt steigen die Tarife für Haushaltskunden um rund 105 Prozent. Die enorme Preissteigerung beschäftigt die Bevölkerung. Die Bezirksverwaltung Küssnacht registrierte in den vergangenen Wochen ein spürbares Bedürfnis nach Information.

Für die Stromversorgung des gesamten Bezirks Küssnacht ist das Elektrizitätswerk Schwyz (EWS) zuständig. So ist es vertraglich geregelt. Da das EWS keine eigenen, nennenswerten Produktionsanlagen besitzt, muss es den Strom fast ausschliesslich am Markt beschaffen. Doch aufgrund der aktuellen, geopolitischen Lage sind die Preise am Markt in den vergangenen Monaten in die Höhe geschnellt. Haupttreiber dieser Entwicklung sind neben dem Ukraine-Krieg auch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und eine tiefere Verfügbarkeit ausländischer Kraftwerke. Dazu kommen deutlich höhere Kosten der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid für das Übertragungsnetz.

Der Bezirk Küssnacht profitierte lange von guten Konditionen

Die Tarife in vielen Schwyzer Gemeinden und im Bezirk Küssnacht sind aber massiv stärker gestiegen als in jenen Luzerner Nachbargemeinden, die von den Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) versorgt werden. Die CKW produziert nämlich selbst Strom und muss im Gegensatz zum EWS weniger Energie am Markt einkaufen. Folglich fällt die Preissteigerung für die CKW-Kundschaft moderater aus. Die unterschiedlich hohen Preisanstiege in der Region sorgen derzeit in Küssnacht für Gesprächsstoff. Grund: Bis 2006 belieferte die CKW auch den Bezirk Küssnacht mit Energie. Am 12. Februar 2006 stimmte das Küssnachter Stimmvolk aber auf Antrag des Bezirksrates mit grosser Mehrheit einem neuen Konzessionsvertrag mit dem EWS zu. Damit sicherte sich der Bezirk Küssnacht für zwei Jahrzehnte den Betrieb des Versorgungsnetzes und die Lieferpflicht des EWS. Ausschlaggebend für den Wechsel von den CKW zu deren Tochterfirma EWS waren damals unter anderem die vorteilhaften Konditionen. Tatsächlich konnten der Bezirk Küssnacht und die Bevölkerung in der Folge während Jahren von tiefen Strompreisen profitieren. Damit ist nun aber Schluss – jedenfalls vorläufig. Da sich die Märkte in den vergangenen Wochen ein wenig beruhigt haben, rechnet das EWS auf den nächsten Sommer hin bereits wieder mit einer Tarifreduktion.

Vertrag läuft noch bis 2026

Trotz Preisschock: Der Bezirk Küssnacht wird seinen Strom weiterhin beim EWS beziehen. Einerseits gibt es einen gültigen Konzessionsvertrag zwischen Bezirk und EWS mit einer fixen Laufzeit bis Ende September 2026, der nicht vorzeitig gekündigt werden kann. Andererseits kann der Bezirk inzwischen nicht mehr frei wählen, bei welchem Energieversorger er seinen Strom bezieht. Seit das neue, eidgenössische Stromversorgungsgesetz 2009 in Kraft trat, ist der Kanton für die so genannte Netzzuteilung zuständig. Der Kanton Schwyz hat infolge auf unbefristete Dauer definiert, welche Gesellschaften welche Gemeinden mit Strom beliefern. Kurzum: Der Bezirk Küssnacht muss die derzeit hohen Stromtarife hinnehmen.