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Gartenpflanzen im Meggerwald bekämpfen

Im Meggerwald und seinen Naturschutzgebieten haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend Pflanzen aus Gärten ausgebreitet.

Kleine Kirschlorbeerpflanzen sind fast im ganzen Meggerwald zu entdecken. Aufgrund ihres Schadens- und Ausbreitungspotentials keine gute Nachricht für den Wald. Fotografiert von Andreas Merz.

 

Seit letztem Jahr begegnen die Gemeinden dieser Problematik mit einem gemeindeübergreifenden Neophytenprojekt, damit die Natur im Meggerwald im Gleichgewicht gehalten werden kann und Gartenpflanzen nicht überhandnehmen. Kirschlorbeer, Sommerflieder, Henrys Geissblatt oder Goldruten wachsen nicht nur in den Gärten, wo sie ursprünglich als Zierpflanzen angepflanzt wurden. Im Meggerwald sind diese und andere Gartenpflanzen in der Zwischenzeit fast überall anzutreffen. Die Gefahr droht, dass sich diese gebietsfremden Pflanzen, dort wo es ihnen passt, massiv ausbreiten und die einheimische Flora verdrängen. Würde diese Entwicklung ähnlich wie im Tessin vorangehen, wären unsere Wälder in ein paar Jahren kaum wieder zu erkennen. Ein wildes Dickicht exotischer, immergrüner Pflanzen würde die natürliche Verjüngung des Waldes verhindern, so ein mögliches Extremszenario.  

Gemeinsam erfolgreich

Aus diesem Grund agieren die Gemeinden seit letztem Jahr mit dem erfolgreich gestarteten Neophytenprojekt gemeinsam und koordiniert. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Kantone und Bund können die Einsätze in diesem Jahr intensiviert werden. Damit wollen wir das Ziel erreichen, dass sich problematische Gartenpflanzen im Meggerwald nicht mehr weiter unkontrolliert ausbreiten und neue Bestände bilden. Ab wann die hartnäckig zu bekämpfenden invasiven Neophyten sichtbar abnehmen oder als Fernziel sogar ganz aus dem Meggerwald entfernt werden können, wird die Zukunft zeigen.

Auch Zivildienstleistende im Einsatz

Zwischen Mai und September werden im Auftrag der Gemeinden Zivildienstleistende, Privatpersonen sowie Gartenbau- und Forstbetriebe im und um den Meggerwald standortfremde Gartenpflanzen ausreissen, mähen oder ausgraben. Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ausserhalb der Schutzgebiete sowie auf Gartenflächen sind keine Massnahmen geplant.

Ausbreitung aus Gärten stoppen

Leider stehen in den Gärten im Siedlungsgebiet noch zu viele invasive Pflanzen. Durch Vögel, Wind oder unkontrollierte Deponien am Waldrand ist vorderhand weiter mit einer Wiedereinwanderung der Problemarten aus dem Siedlungsgebiet in den Meggerwald zu rechnen. Deshalb sind Grundeigentümer aufgerufen, die Ziele des Projekts zu unterstützen und auf ihren Grundstücken exotische Problempflanzen definitiv zu entfernen und nach Möglichkeit durch einheimische Arten zu ersetzen. Nur wenn die Neophyten-Quelle aus den Gärten versiegt, kann die Natur im Meggerwald und den Schutzgebieten sich frei entfalten und ihre Funktionen nachhaltig erfüllen.

Tessiner Palme im Anzug

Übrigens trifft man mit der beliebten Tessiner Palme eine nächste exotische Problempflanze vermehrt in den Gärten an, deren unkontrollierte Ausbreitung in unsere Wälder droht. Deshalb müssen Grundeigentümer dafür sorgen, dass Palmen sich über Samen nicht weiterverbreiten oder noch besser, man verzichtet ganz auf diese exotische Problempflanze.

Pflegeeinsätze im Meggerwald

Die Naturschutzbetreuergruppe Meggerwald, Pro Natura Luzern und Vielfalter führen auch in diesem Jahr in den Naturschutzgebieten im Meggerwald wieder Pflegeeinsätze mit Freiwilligen durch.

Frauen, Männer und Kinder, die ein besonderes Naturerlebnis suchen und sich gleichzeitig aktiv für den Naturschutz einsetzen wollen, sind hier genau richtig.

Mittwoch, 15. Juni, 16.00–20.00 Uhr: Riedwiesenpflege im Weiherried

Wir setzen die Arbeit der letzten Jahre fort und bekämpfen im national bedeutenden Weiherried die Ausbreitung des Adlerfarns. Indem wir die noch jungen Pflanzen ausreissen, schaffen wir Platz für selten gewordene Orchideen und andere Moorpflanzen. Treffpunkt: Weiherried.

Samstag, 9. Juli, 09.00–12.00 Uhr: Riedwiesenpflege im Schlittenried

Der Moränenwall im Schlittenried wird erneut vom Adlerfarn befreit. Der erste Arbeitsgang wird von Zivildienstleistenden im Frühsommer erledigt. Wir werden die wieder austreibenden Pflanzen erneut ausreissen und schaffen auf diese Weise Platz für selten gewordene Orchideen und andere Moorpflanzen. Treffpunkt: Schlittenried.

Samstag, 20. August, 09.00–12.00 Uhr: Riedwiesenpflege im Moosried

Um den Lebensraum zu schonen, räumen wir das Mähgut einer wertvollen Riedwiese im Schutzgebiet Moosried von Hand zusammen und schichten es als Eiablageplätze für die Ringelnatter zu Haufen auf. Treffpunkt: Schützenhaus Udligenswil.

Anmeldungen und Auskünfte

Die Einsätze finden bei jeder Witterung statt. Anmeldungen und Auskünfte:
contact@carabus.ch
– Tel. 041 410 20 63

Weitere Informationen finden Sie im Veranstaltungskalender der Umweltberatung Luzern unter der Rubrik Arbeitseinsätze.