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Angehörigengruppe Demenz Region Rigi stellt sich vor

Wer eine von Demenz betroffene Person unterstützt und pflegt, hat eine grosse Hochachtung verdient.

Aktuell leben 2725 Personen im Kanton Schwyz, welche an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz erkrankt sind. Mit einer guten Therapie und der Unterstützung durch Angehörige und Betreuende können diese Menschen trotz ihrer Krankheit viele Jahre zu Hause leben.

Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz sind aber sehr komplex und belastend. Deshalb brauchen auch Angehörige Hilfe und Unterstützung bei ihrer täglichen, schwierigen Arbeit.

Angehörigengruppe Demenz

In der Region rund um die Rigi gibt es eine Angehörigengruppe Demenz, zu der auch der Bezirk Küssnacht gehört. Die Gruppe wird von Edith Rossier geleitet. Sie ist ausgebildete Pflegefachfrau HF mit Nachdiplom Angehörigen- und Freiwilligensupport und hat jahrelange Erfahrungen im Spitex- und Demenzbereich. Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Edith Rossier, Leiterin der regionalen Angehörigengruppe Demenz.

Wie sind Sie zur Leitung der Angehörigengruppe Demenz gekommen? Was hat Sie motiviert?

Edith Rossier: Aufgrund meiner jahrelangen Tätigkeit als Pflegefachfrau kam ich schon früh mit dem Krankheitsbild Demenz in Kontakt. Bei verschiedenen Weiterbildungen packte mich die Komplexität dieser Erkrankung. 2017 konnte ich eine erste Gesprächsgruppe im Kanton Luzern übernehmen. Als ich bei der Spitex Küssnacht startete, stellte ich fest, dass in der Region kein Angebot für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz besteht. So kam es 2018 zur Gründung der Geprächsgruppe Region Rigi.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Gruppe, und was möchten Sie den Angehörigen damit vermitteln?

Ich möchte, dass Angehörige sich untereinander vernetzen, denn sie sind alle mit der gleichen Krankheit Demenz konfrontiert, damit sie merken «ich bin nicht allein». Ich informiere über die Krankheit, vermittle Entlastungsmöglichkeiten, Hilfsmittel und finanzielle Ansprüche.

Welche Herausforderungen begegnen Angehörigen von Menschen mit Demenz am häufigsten, und wie unterstützt die Gruppe sie dabei?

Bei Demenz spielt die Tagesform eine wichtige Rolle. Was gestern noch ging, geht heute nicht mehr und umgekehrt. Dies ist sehr belastend. Da Menschen mit Demenz den Tag nicht mehr selber strukturieren können, scheint eine Interessenlosigkeit zu bestehen. Häufig schlafen sie dann ein und/oder sind schwer motivierbar. Hier ist der Austausch innerhalb der Gruppe wichtig. Man gibt einander Tipps, was oder wie etwas funktionieren könnte.

Wie gestaltet sich ein typisches Treffen der Gruppe? Gibt es bestimmte Themen oder Aktivitäten, die regelmässig stattfinden?

Vor dem ersten Treffen findet ein Einführungsgepräch statt. Themen ergeben sich aus dem Erfahrungsaustausch. Bei Interesse ziehe ich Fachpersonen zu, welche beispielsweise über den Vorsorgeauftrag und die Patientenverfügung informieren. Es ist von Vorteil, regelmässig an den Treffen teilzunehmen. Lockerer wird die Stimmung in der Klausenzeit sowie an Ostern und Weihnachten.

Welche positiven Erfahrungen haben Sie in Ihrer Arbeit mit den Angehörigen gemacht?

Durch den Austausch entsteht ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Es gibt Angehörige, die sich auch ausserhalb der Gruppe treffen, auch noch nach dem Tod des Erkrankten.

Wie wichtig ist der Austausch unter den Angehörigen? Welche Vorteile sehen Sie darin?

Der Gruppenzusammenhalt und das Wissen, «ich bin nicht allein», sind sehr wichtig. Das einander bestärken und der Austausch von Tipps und Erfahrung helfen, den Umgang mit den Erkrankten zu bewältigen. Natürlich darf dabei auch der Humor
nicht fehlen.

Gibt es spezielle Ressourcen oder Angebote, die Sie den Angehörigen empfehlen können?

Ich mache die Angehörigen auf ihre Rechte aufmerksam, sich rechtzeitig Entlastung zu holen, und zeige ihnen das Recht auf Hilflosenentschädigung auf.

Wie gehen Sie mit den emotionalen Belastungen um, die Angehörige manchmal erleben?

In der Gruppe soll Platz sein, zu trauern, auch gemeinsam. Es darf auch Ärger oder Wut geäussert werden. Wir versuchen dann gemeinsam Lösungen zu finden, wie gehe ich mit diesen Gefühlen um. Die Schweigepflicht innerhalb der Gruppe ist deshalb sehr wichtig.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Angehörigengruppe?

Engagierte Teilnehmende, Frauen, Männer, Töchter, Söhne. Mehr Entlastungsangebote in der Tagesbetreuung. Finanzielle Unterstützung wäre ebenfalls wünschenswert.

Haben Sie eine persönliche Geschichte oder Erfahrung, die Sie mit uns teilen möchten, die Ihre Arbeit in der Gruppe beeinflusst hat?

Oh, das ist schwierig, eine Situation herauszupicken. Es gibt so viele schöne, bereichernde Gespräche, aber auch traurige. Manchmal merkt man, dass eine Geprächsgruppe nicht das richtige Gefäss für den Austausch ist. Jede Person, die eine von Demenz betroffene Person unterstützt und pflegt, hat grosse Hochachtung verdient.

Informationen zur Angehörigengruppe Region Rigi

Bezirk Küssnacht, Region Arth-Goldau, Seegemeinden Vitznau, Weggis und Greppen

Die Angehörigengruppe Region Rigi trifft sich:

  • jeden ersten Montag im Monat
  • von 14.00 bis 16.00 Uhr
  • Spitex Bezirk Küssnacht, Luzernerstrasse 1, Küssnacht.

Die Teilnahme ist kostenlos. 

Information und Anmeldung:

Edith Rossier
Tel. 079 458 73 46
Mail

Das SRK führt die neue Anlaufstelle Demenz/Alzheimer Kanton Schwyz

Per 1. Januar 2025 hat das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Schwyz (SRK) im Auftrag des Departements des Innern (Amt für Gesundheit und Soziales) die Anlaufstelle Demenz/Alzheimer Kanton Schwyz von Alzheimer Uri/Schwyz übernommen.

Die Anlaufstelle bietet eine umfassende Beratung und Unterstützung für Menschen mit Demenz sowie deren Angehörige. Das SRK Kanton Schwyz baut neue Angebote auf und entwickelt bestehende im ganzen Kanton weiter. Dabei zählt es auf die Zusammenarbeit mit bestehenden Akteuren im Bezirk Küssnacht und den anderen Regionen im Kanton.

Weitere Informationen im Internet oder per Telefon 041 811 75 74.