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Die Integrierten Sozialpsychiatrischen Tagesstätten

Kampagne «Wie geht’s dir?»: Ambulante Psychiatrie und Psychotherapie Schwyz.

Judith Kennel, Leiterin der Integrierten Sozialpsychiatrischen Tagesstätte Goldau, beim «Wie geht’s dir?»-Bänkli in Küssnacht.

 

Die Integrierten Sozialpsychiatrischen Tagesstätten Goldau, Einsiedeln und Pfäffikon sind Behandlungseinrichtungen für Menschen mit psychischen Störungen. Sie bieten sowohl kurzfristige Krisenintervention als auch längerfristige Förderungstherapie an.

Im Rahmen der Kampagne «Wie geht’s dir?» sprachen wir mit Judith Kennel, dipl. Pflegefachfrau HF und Leiterin der Tagesstätte Goldau.

Welches sind die Kernaufgaben der Integrierten Sozialpsychiatrischen Tagesstätten?

Judith Kennel: Unsere drei Tagesstätten in Goldau, Einsiedeln und Pfäffikon der Triaplus AG, Ambulante Psychiatrie und Psychotherapie Schwyz (APP), sind Behandlungseinrichtungen für Menschen mit psychischen Störungen. Sie verfügen über ein vielfältiges gruppen- und milieutherapeutisches Behandlungssetting, um sich mit den psychischen Problemen und deren Auswirkungen auf den Alltag auseinanderzusetzen. Die Tagesstätten bieten sowohl kurzfristige Krisenintervention als auch längerfristige Förderungstherapie an. Die Behandlungen finden in der Gruppe statt.

Wie sieht ein ganz gewöhnlicher Arbeitsalltag für Sie als Leiterin der Tagesstätte Goldau aus?

Den Arbeitsalltag beginnen wir mit Vorbereitungen für das therapeutische Gruppenangebot des jeweiligen Tages. Um 9.00 Uhr beginnt die erste Gruppentherapie, welche bis 11.30 Uhr dauert. Bevor am Nachmittag erneut ein therapeutisches Gruppenangebot startet, sind verschiedene administrative Arbeiten zu erledigen, wie das Nachführen der Krankenakten aller Patientinnen und Patienten, was auch nach dem Gruppensetting vom Nachmittag nachgeführt werden muss. Teilweise sind nach den Gruppentherapien zusätzlich Vorgespräche zur Teilnahme am Tagesstättenangebot eingeplant.

Welche Erfolgsmomente haben Sie bei der Arbeit?

Wenn bei Patientinnen und bei Patienten eine deutlich spürbare Stabilisierung der psychischen Befindlichkeit wahrnehmbar ist und sie eine zunehmende Selbstbefähigung erlangen.

Wann ist die Tagesstätte sinnvoll?

Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen und komplexen psycho-sozialen Problemstellungen, welche vielfältige und stark variierende Merkmale bzw. Ausprägungen aufweisen und zum Erhalt und/oder Stabilisierung ihrer psychischen Gesundheit im Rahmen eines Therapieplans eine Tagesstruktur benötigen. Ziel ist es auch, (weitere) stationäre Aufenthalte zu vermeiden.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Eintritt in der Tagesstätte möglich ist?

Es ist ein Angebot für Erwachsene ab 18 Jahren (in begründeten Ausnahmefällen werden knapp volljährige Patientinnen und Patienten ebenfalls aufgenommen), welche an einer akuten oder chronischen psychiatrischen Erkrankung leiden und durch eine fachärztliche Indikationsstellung zur krankenkassenpflichtigen Teilnahme überwiesen werden.

Wie viele Personen nehmen an Ihrem Angebot teil?

Pro Gruppe nehmen max. 10 Personen teil, das heisst gesamthaft pro Woche ca. 100 Personen.

Wie eng arbeiten Sie mit Therapeutinnen und Therapeuten bzw. Psychiaterinnen und Psychiatern zusammen?

Innerhalb der APP in Goldau arbeiten wir eng mit den Therapeutinnen und Therapeuten bzw. Psychiaterinnen und Psychiatern zusammen, da wir eine interdisziplinäre Behandlungseinrichtung sind. Bei externen Therapeutinnen und Therapeuten bzw. Psychiaterinnen und Psychiatern  ist die Zusammenarbeit individuell.

Sind Sie auch in Kontakt mit Familienmitgliedern?

Je nach Bedarf, z. B. wenn es seitens Patientinnen und Patienten und/oder Angehörigen gewünscht wird oder ein Standortgespräch, respektive eine Helferkonferenz einberufen wird.

Was könnte man aus Ihrer Sicht tun, um psychische Gesundheit noch öffentlicher zu thematisieren?

Noch mehr Öffentlichkeitsarbeit, sodass das Thema in der Gesellschaft deutlich sichtbarer und vermehrt darüber gesprochen wird, auch im Sinne einer Enttabuisierung.

Wohin können sich Menschen wenden, wenn sie realisieren, dass es ihnen psychisch nicht  gut geht?

Erste Anlaufstelle könnte der Hausarzt sein und/oder eine Beratungsstelle, die sie an eine dementsprechende Fachstelle überweisen. Wichtig ist, darüber zu sprechen und professionelle Hilfe zu holen.

Was haben Sie für Ihr Privatleben gelernt aus Ihrer Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen?

Selber aktiv zu bleiben, das eigene soziale Umfeld zu pflegen und auf eine ausgeglichene «Arbeit-Freizeit»-Balance zu achten.

Was tun Sie für Ihre eigene psychische Gesundheit?

Gemeinsame Stunden mit Familie und Freunden verbringen, Zeit in der Natur geniessen, regelmässig Sport machen, sich Ruhe-Oasen einplanen, mir Zeit nehmen für ein feines Essen.

Triaplus AG
Ambulante Psychiatrie und
Psychotherapie Schwyz
Tagesstätte

Centralstrasse 5a, 6410 Goldau
Tel. 041 747 68 90
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