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Psychische Gesundheit: Kampagne «Wie geht’s dir?»

Die Ambulante Psychiatrische Pflege der Spitex Bezirk Küssnacht.

Stresssituation, Krankheiten oder herausfordernde Lebenssituationen können psychische Auswirkungen haben, sodass wir unser Leben kurz- oder längerfristig nicht mehr vollumfänglich meistern können.

Hinzu kommt, dass psychisch erkrankte oder belastete Menschen sich oft isolieren und nicht in der Lage sind, die nötigen Kontakte zu pflegen oder zu knüpfen. In solchen Fällen unterstützt die Spitex Bezirk Küssnacht Menschen mit psychischen Einschränkungen und Erkrankungen zu Hause ihren Alltag zu strukturieren und sozial eine bessere Lebensqualität zu erlangen. Ziel ist, dass die Betroffenen, ihr Leben im gewohnten Umfeld möglichst selbstbestimmt bewältigen und gestalten können.

Zusammenarbeit mit der Spitex Region Schwyz

Im Bereich der ambulanten Psychiatriepflege arbeitet die Spitex Bezirk Küssnacht mit der Spitex Region Schwyz zusammen. Um die Kundinnen und Kunden individuell in ihrer Lebenssituation begleiten zu können, klärt die Psychiatrie-Fachperson zu Beginn mit ihnen die psychische und soziale Situation, bei Bedarf unter Einbezug der Angehörigen. Ziele und Massnahmen werden anschliessend gemeinsam festgelegt. Eine Fachperson der Spitex Bezirk Küssnacht übernimmt danach die Durchführung der vereinbarten Leistungen. Dazu gehören:

  • Begleitung in Krisensituationen
  • Medikamentenmanagement
  • Entlastung und Beratung von Angehörigen
  • Unterstützung im Aufbau des Sozialnetzes
  • Erarbeitung von Bewältigungsstrategien und Hilfe bei der Umsetzung
  • Aufbau einer stützenden Tages- und Wochenstruktur.

Die Dienstleistungen der Spitex entsprechen der Krankenpflege-Leistungsverordnung und werden von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen.

Kontakt

Spitex Bezirk Küssnacht
Luzernerstrasse 1
6403 Küssnacht am Rigi
Telefon: 041 850 50 70
E-Mail

Interview mit Tamara Stadler, Ambulante Psychiatrische Pflege der Spitex (Bild oben)

Welches sind die Kernaufgaben der Ambulanten Psychiatrischen Pflege der Spitex?

Tamara Stadler: Wir verfolgen das Ziel, das Menschen mit einer psychischen Erkrankung ein eigenständiges Leben in ihrer gewohnten Umgebung führen können. Wir unterstützen die Eigenständigkeit und das Handeln in täglichen Situationen, vermitteln Wissen bezüglich des Krankheitsbildes und helfen den Klientinnen und Klienten, Frühwarnsymptome zu erkennen, damit ein Klinikaufenthalt vermieden werden kann.

Wo sind der Ambulante Psychiatrische Pflege der Spitex Grenzen gesetzt?

Die Klientinnen und Klienten müssen mit der Behandlung einverstanden sein und aktiv mitarbeiten. Wenn ein Aggressionspotenziel vorhanden ist, finden keine Einsätze statt.

Wie sieht ein ganz gewöhnlicher Arbeitsalltag bei Ihnen aus? Wie gestaltet sich ein Besuch zu Hause?

Je nach Länge der Einsätze statten wir pro Tag fünf bis sechs Besuche ab. Unsere Dienstleistungen richten sich nach dem jeweiligen Auftrag. Dazu gehören beispielsweise das Erarbeiten von Bewältigungsstrategien, die Anleitung für die Pflege der Wohnung, der Aufbau von Aktivitäten, der Umgang mit Aggression, Angst und Wahnvorstellung sowie die Unterstützung und Vermeidung akuter Selbstgefährdung.

Sind Sie auch in Kontakt mit Familienangehörigen?

Wenn möglich und erforderlich sind wir in Kontakt mit Familienangehörigen. Die Klientinnen und Klienten müssen damit einverstanden sein.

Was unterscheidet die psychiatrische Spitex von der regulären Spitex?

Wir arbeiten im Bezugspersonensystems, was bedeutet, dass immer die gleiche Person bei den Klientinnen und Klienten vorbeigeht. Unsere Arbeit beruht auf der persönlichen Beziehung. Wir führen keine Körperpflege durch. Bei uns stehen Beratungsgespräche, die Aktivierung und die Alltagsbewältigung im Vordergrund.

Was haben Sie für Ihr Privatleben gelernt aus Ihrer Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen?

Ich habe gelernt, zuzuhören und möglichst ohne Vorurteile auf Menschen zuzugehen.

Welche Erfolgsmomente haben Sie?

Persönliche Erfolgsmomente sind für mich, wenn es den Klientinnen und Klienten besser geht, wenn die Eigenständigkeit wieder vorhanden ist und wenn unsere Arbeit, zum Beispiel im Bereich der Exposition, Früchte trägt.

Was tun Sie für Ihre eigene psychische Gesundheit?

Innerhalb der Ambulanten Psychiatrischen Pflege der Spitex tauschen wir uns regelmässig im Team aus und verfügen über eine gute Supervision. Wichtig sind für mich auch ein stabiles soziales Netzwerk sowie die Familie, die Natur und Hobbys.

Wie kann die psychische Gesundheit öffentlich noch besser thematisiert werden?

Wir motivieren unsere Klientinnen und Klienten, zu ihrer Krankheit zu stehen, auch öffentlich, weil vielfach immer noch ein Schamgefühl vorhanden ist. Zur Öffentlichkeitsarbeit gehören Kampagnen, Berichte wie dieses «Wie gehts dir»-Interview und Infoveranstaltungen über psychische Krankheiten.

Wohin können sich Menschen wenden, wenn sie realisieren, dass es ihnen psychisch nicht gut geht?

Zuerst an die Familie und an Freunde (Transparenz schafft Erleichterung), dann an den Hausarzt und an Psychiatrische Dienste.