Kampagne «Wie geht’s dir?»: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie Schwyz.
Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen können sie in ihrer gesunden Entwicklung beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es für Eltern und Angehörige, auf die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu achten und rechtzeitig professionelle Hilfe beizuziehen. Kinder und Jugendliche sollen gesund aufwachsen. Neben körperlichen Erkrankungen gibt es auch psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Nach internationalen Studien leiden bis zu 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter einer psychischen Störung.

Dr. med. Patrick Brunner: Es gibt viele Bemühungen, damit mehr über psychische Erkrankungen gesprochen wird. Aber insgesamt spricht man immer noch zuwenig darüber. Es ist sicher für viele Personen schwieriger, in einem solchen Fall Hilfe zu holen, als wenn man eine körperliche Erkrankung hat. Gleichzeitig ist aber der Trend da, dass die Beratungsstellen der Kinder- und Jugendpsychiatrie Schwyz eine sehr grosse Nachfrage nach Abklärung und Behandlung von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen spürt. Dies zeigt, dass doch vermehrt in den Familien über die psychische Gesundheit gesprochen wird und dass die Bevölkerung des Kantons Schwyz offen und bereit ist, unsere Angebote anzunehmen.
Für uns ist die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig. Wir zeigen uns gerne als Fachpersonen in der Öffentlichkeit und machen auf unsere Angebote aufmerksam. Wir sind stolz auf unseren Beruf. Wir wissen, was wir tun und tragen dies auch nach aussen. Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang die Mund-zu-Mund-Propaganda, welche gerade bei uns im Kanton Schwyz eine sehr wichtige Rolle spielt. Wenn wir kompetente Abklärungen und eine gute Unterstützung anbieten, hilft dies, dass weitere Personen unsere Angebote in Anspruch nehmen.
Im Kanton Schwyz treffen wir heute die gleiche Situation an wie in der übrigen Schweiz: Die Kinder und Jugendlichen sind belastet. Wir hatten schon vor der Coronazeit eine stetige Zunahme von Anmeldungen, das muss man fairerweise auch sagen. Aber Corona war wie ein Katalysator. Seither sind die Zahlen noch einmal deutlich angestiegen; am Standort Goldau für den inneren Kantonsteil von rund 300 auf heute über 400 Anmeldungen pro Jahr.
Dies bedeutet, dass wir an unserem Standort Goldau mit sehr hohen Anmeldezahlen konfrontiert sind. Damit kommt es auch bei uns zu längeren Wartezeiten. Unserem engagierten und mit viel Herzblut arbeitenden Team gelingt es aber, die dringlichsten Abklärungen und Behandlungen zeitnah durchzuführen, sodass Kinder und Jugendliche jene Hilfe und Unterstützung erhalten, welche sie dringend benötigen.
Es treten bei den Kindern und Jugendlichen emotionale Probleme und Instabilitäten auf. Wir haben heute massiv mehr Jugendliche mit Depressionen als früher. Weitere Themen sind Ängste, Stimmungstiefs und -schwankungen, Ess- und Suchtprobleme bis hin zu Selbstverletzungen und Suizidgefährdungen.
Dieser Einfluss ist natürlich sehr gross. Während der Coronazeit hat die Nutzung von sozialen Medien deutlich zugenommen, was die Kinder und Jugendlichen seither zusätzlich belastet. Wir stehen den Familien auch in diesem Bereich beratend zur Seite. Es geht um einen guten und kontrollierten Umgang mit den sozialen Medien, weil diese für unser Leben wichtig sind. Die Nutzung darf aber nicht schädlich sein. Wir stellen Tools vor, mit welchen die sozialen Medien kontrolliert genutzt werden können, ohne dass sich Eltern in einem Dauerkonflikt mit den Kindern befinden. In diesem Zusammenhang muss natürlich erwähnt werden, dass dieses Thema auch in der Schule intensiv behandelt wird.
Es ist wichtig, dass dies von Eltern innerhalb der Familie angesprochen wird. Eltern sollten nicht einfach zuwarten, sondern aktiv werden. Dies ist für sie in vielen Fällen eine grosse Herausforderung. Es kann aber auch sein, dass sich die Symptome der Kinder sehr langsam entwickeln und von den Eltern gar nicht richtig wahrgenommen werden. In solchen Fällen ist es sehr wertvoll, wenn aussenstehende Personen wie zum Beispiel eine gute Freundin, eine aufmerksame Lehrperson oder ein Trainer eines Sportvereins entsprechende Wahrnehmungen den Eltern mitteilen.
Wenn Eltern das Gefühl erhalten, dass bei ihren Kindern eine psychische Erkrankung aufgetreten ist, dann ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie Schwyz sicher die richtige Anlaufstelle. Selbstverständlich können Eltern auch den Kinderarzt auf Veränderungen bei ihren Kindern aufmerksam machen. Der Arzt empfiehlt dann unsere Stelle, und die Eltern wenden sich an uns. Weitere wichtige Stellen sind auf der Website von Gesundheit Schwyz aufgeführt.
Es gibt verschiedene wichtige Faktoren, welche sich positiv auswirken können. Die Stärkung der Kinder und Jugendlichen beginnt im Elternhaus. Eltern sollten sich für ihre Kinder Zeit nehmen, verlässlich sein und ihnen Vertrauen geben. Sie sollten ihren Kindern ein stabiles Umfeld und einen sicheren Hafen bieten. Auf dieser Basis können die Kinder später als junge Erwachsene in einer guten psychischen Verfassung die Welt entdecken. Weitere wichtige Faktoren sind eine gute Eltern-Kind-Beziehung, ein gutes Gleichgewicht der Kinder zwischen Unter- und Überforderung, gute Bezugspersonen (natürlich auch ausserhalb der Familie), angstfreie Entwicklungsmöglichkeiten und ein kontrollierter Umgang mit sozialen Medien.
Als Institution der Triaplus AG arbeiten wir im Auftrag des Psychiatriekonkordats der Kantone Uri, Schwyz und Zug. Wir bieten Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen und psychiatrischen Erkrankungen im Kanton Schwyz eine angemessene und wirksame Behandlung. Das Behandlungsprogramm ist ganzheitlich und umfasst Abklärungen, Beratungen sowie ein vielfältiges Therapieangebot. Unser Angebot ist allen Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr zugänglich. Die Behandlungskosten werden durch Beiträge der Krankenversicherungen oder der IV und des Kantons Schwyz gedeckt. Unser gesamtes Team untersteht der ärztlichen Schweigepflicht.
Im Kindergarten- und Primarschulalter können psychische Störungen als Trennungsangst, Bewegungsunruhe, Aufmerksamkeits- oder Lernprobleme, aggressives Verhalten oder Schwierigkeiten beim Knüpfen und Aufrechterhalten von Freundschaften mit Gleichaltrigen auftreten. Bei Jugendlichen kann es zu fast allen psychischen Störungen kommen, die auch bei Erwachsenen bekannt sind: Depressionen, Ängste, Essstörungen, Zwangsstörungen, Suchtstörungen oder Schizophrenie. Wir finden gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen heraus, wo die Ursachen einer solchen Störung liegen und was eine gute Entwicklung möglich macht.
Wir betreiben Beratungsstellen in Goldau und Lachen. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, falls Sie Fragen haben oder Ihr Kind anmelden möchten. Sie können Ihr Kind auch von Ihrem Haus- oder Kinderarzt überweisen lassen. Wir sind gerne für Sie da.
Triaplus AG
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Schwyz
Bahnhofstrasse 1
6410 Goldau
Tel. 041 747 68 50
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