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Grosseinsatz für die Natur im Meggerwald

In den Gärten von heute wachsen die Probleme von morgen.

Zivildienstleistende beim Ausreissen des Einjährigen Berufkrauts im Schutzgebiet Rütli in der Gemeinde Adligenswil. (Bild Tim Stalder, Zivi 2022)

 

Weil sich zunehmend problematische Gartenpflanzen vom Siedlungsgebiet herkommend im Meggerwald ausbreiten, waren Zivildienstleistende dieses Jahr von Frühling bis Herbst damit beschäftigt, invasive Neophyten auszureissen oder zurückzuschneiden. Die Arbeit geht ihnen nicht aus. Unter anderem, weil in den Gärten noch viele invasive Pflanzen wachsen, die sich weiter ausbreiten.

Meggerwald Neophyten
Bis jetzt bekannte Vorkommen invasiver Neophyten im Meggerwald (roter Punkt) und bereits mindestens einmal bekämpfte Neophyten (oranger Punkt). (Karte: Info Flora und Swisstopo)

Das Neophytenprojekt der Meggerwaldgemeinden

Das von allen Meggerwaldgemeinden initiierte Neophytenprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, die weitere Ausbreitung problematischer Gartenpflanzen zu stoppen und diese nicht zur natürlichen Vegetation gehörenden Pflanzen aus dem Naturraum Meggerwald zu entfernen. Nur so können Wald und Schutzgebiete ihre natürliche Funktion wahrnehmen sowie Natur und Mensch mit Holz oder Biodiversität versorgen. Ohne Massnahmen würden invasive Arten Überhand nehmen, sich weiter ausbreiten und das Gleichgewicht der Natur massiv beeinträchtigen.

Mit Power gegen Gartenpflanzen

Mit einer Vielzahl von Massnahmen soll dieser Prozess gestoppt werden. Die Gemeinden und die Kantone Schwyz und Luzern investieren viel. Dank der Zusammenarbeit aller Gemeinden beteiligt sich auch der Bund finanziell, so dass für die Gemeinden die Umsetzung der Massnahmen finanzierbar ist. Die Hauptarbeit leisteten Zivildienstleistende mit über 150 Personenarbeitstagen in allen fünf Meggerwaldgemeinden. Sie rissen Berufkräuter, Geissblätter und Goldruten aus, gruben Sommerflieder und Kirschlorbeer aus oder stachen Riesenbärenklau ab. Zusätzlich führten Freiwillige, Gärtner und Forstarbeiter diverse Aufträge aus und entfernten beispielsweise Sommerflieder in den steilen Böschungen entlang der Meggerstrasse.

Massnahmen müssen über Jahre fortgeführt werden

An einigen Orten konnte die unkontrollierte Ausbreitungsdynamik beispielsweise der Amerikanischen Goldruten oder des Japanischen Staudenknöterichs gestoppt werden. Für eine definitive Entfernung bedarf es der Fortführung der Massnahmen über Jahre – weil schon kleine, im Boden verbleibende Wurzelstücke ausreichen, damit die Pflanzen weiterwachsen. Die Arbeit geht vorderhand nicht aus. Leider fand man im Sommer auch bisher wenig bekannte Neophyten im Meggerwald. So wachsen beispielsweise Asiatische Geissblätter an verschiedenen Standorten. Diese Erkenntnis macht doppelt Sorge: Einerseits ist die Art nur schwer zu entfernen und hat das Potential, grosse Flächen im Wald zu überwuchern. Andererseits wachsen Asiatische Geissblätter noch in grosser Anzahl in privaten Gärten und verbreiten sich meist unbemerkt z.B. mit dem Vogelkot aus. Mit dieser nahezu unerschöpflichen Quelle müssen wir leben, solange Gartenbesitzende diese problematischen Arten in ihren Gärten dulden, die Gärtnereien diese weiterhin verkaufen und der Gesetzgeber keine klaren Regeln festschreibt, der diesen Teufelskreis unterbrechen würde. Insofern appellieren die Gemeinden an Grundbesitzende, auf invasive Gartenpflanzen zu verzichten und diese aus ihren Gärten zu entfernen.

Informationen zu invasiven Neopyhten, wie man sie loswird und über mögliche Alternativen gibt es bei der Umweltberatung Luzern bzw. online unter neophytenluzern.ch.