Die Kampagne «Wie geht’s dir?» möchte dafür sensibilisieren, dass es wichtig und richtig ist, auch über psychische Erkrankungen offen zu sprechen.
Mit konkreten Gesprächstipps trägt sie dazu bei, dass das Sprechen über psychische Erkrankungen leichter fällt. Auch das Thema psychische Gesundheit ist den Trägern der Kampagne wichtig: Denn wie der Körper kann auch die Seele gepflegt werden, um so psychischen Erkrankungen vorzubeugen.

Mit dem Selbst-Check auf der Website der Kampagne können Sie herausfinden, wie es um Ihre psychische Gesundheit steht. Beantworten Sie bitte fünf Fragen zu Ihrer Stimmung und Sie erfahren, wie Sie im Moment Ihre eigene Gesundheit stärken können oder wie Sie andere hilfreich unterstützen.
Wir haben mit Bezirksrat Toni Schuler, Vorsteher des Ressorts Soziales und Gesellschaft, den Selbst-Check zur psychischen Gesundheit durchgeführt und fassen seine Antworten nachfolgend zusammen. Das Interview wurde nach den Herbstferien geführt.
Toni Schuler: Ich habe mich einige Male nervös gefühlt. Dies betraf vor allem neue Situationen für mich, in denen ich nicht genau wusste, was auf mich zukommt. So durfte ich kürzlich vor dem Forum «Zämä is Alter» eine Ansprache halten. Dank ei-er guten Vorbereitung hatte ich meine Nervosität aber im Griff.
Ich bin tendenziell eher selten niedergeschlagen. Wenn ich aber aufgrund der Kombination von Privatem, Beruflichem und Politischem Stress habe, kann es schon sein, dass ich verstimmt bin. In solchen Situationen frage ich mich: Will ich so sein, wie ich jetzt bin? Haben die anderen mich so verdient? Was kann ich machen, um nicht verstimmt zu sein? Meine Antwort: Sport treiben und Zeit in der Natur verbringen.
Das bin ich meistens. In den letzten vier Wochen hatte ich zwei Wochen Ferien. Dies half mir, gelassen zu sein. Gelassenheit bringt in vielen Situationen Vorteile. Dafür ist auch meine Familie eine gute Basis. Unsere beiden Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren halten mich auf Trab und lenken mich immer wieder von Problemen ab. Man darf auch nicht immer alles ernst nehmen und auf die Goldwaage legen.
Selten bis fast nie. Auch in schwierigen Situationen sehe ich eigentlich immer Licht am Ende des Tunnels. Es gibt gute Strategien dafür. Zum Reflektieren nehme ich mir zwischendurch eine Auszeit und befasse mich mit mir selber und frage mich, wie es mir geht. Die Familie, der Job und das politische Amt als Bezirksrat stellen eine grosse Herausforderung hinsichtlich des Zeitmanagements dar. Dazu kommen noch kleinere Projekte im privaten Bereich, Hobbys wie das Betreuen von verschiedenen Websiten und Weiterbildungen. Wichtig sind eine gute Planung und, wie bereits erwähnt, eine gewisse Gelassenheit.
Grundsätzlich zeige ich meine Gefühle nicht extrem nach aussen und bin eher eine ruhige Person. Ich bin dankbar, dass ich jeden Tag aufstehen kann. Ich habe eine schöne Familie und einen coolen Job als Geschäftsführer einer IT-Unternehmung mit 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zudem darf ich im Bezirksrat etwas bewegen. Wenn ich daran denke, was ich alles habe, löst dies bei mir Glücksgefühle aus.
Sie scheinen sich zurzeit wohlzufühlen. Was können Sie tun, damit das so bleibt?
gibt es dazu auf der Website www.wie-gehts-dir.ch. Machen auch Sie den Selbst-Check zur psychischen Gesundheit.
www.wie-gehts-dir.ch/selbst-check
Über psychische Gesundheit zu sprechen lohnt sich! Die Kampagne «Wie geht’s dir?» sensibilisiert dafür und vermittelt ganz konkrete Tipps.
Jeder zweite Mensch erkrankt in seinem Leben einmal psychisch. Das ist sowohl für die Betroffenen wie auch für ihre Angehörigen mit viel Leid verbunden, führt zu Arbeitsausfällen und Gesundheitskosten. Es lohnt sich darum, in die Prävention von psychischen Erkrankungen und Förderung der psychischen Gesundheit zu investieren. Über Probleme zu reden entlastet und macht Hilfe möglich. Das ist wichtig, denn je länger eine psychische Belastung andauert, um so grösser ist die Gefahr, dass sie zu einer ernsthaften Erkrankung wird. Und: Je früher eine Erkrankung behandelt wird, umso günstiger ist der Heilungsverlauf. Psychische Erkrankungen sind gut behandelbar. Im Rahmen der Kampagne werden die Hilfsangebote bekannt gemacht.