Ein traditionelles Handwerk blüht im Bezirk Küssnacht wieder auf.
Mit der Kampagne «WildWuchs» hat der Bezirk Küssnacht im Januar 2022 eine Informations- und Bildungsoffensive gestartet. Mehrere Anlässe zu Biodiversitätsthemen sollen übers Jahr verteilt für die vielfältige Landschaft im Bezirk Küssnacht werben. Der Bezirk Küssnacht will damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für diese Werte sensibilisieren und auch dazu anregen, im eigenen Garten oder auf dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb mit einfachen Massnahmen die Biodiversität zu fördern. Dazu gehört beispielsweise die schonende Mahd von Blumenwiesen mit der Sense. Doch das traditionelle Handwerk will gelernt sein. Deshalb bot der Bezirk Küssnacht am Samstag, 2. Juli 2022, einen ganztägigen Kurs zum Mähen mit der Sense und zum Dengeln des Sensenblatts an. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung.
Thomas Büeler, ein engagierter Küssnachter Landwirt, welcher sich aktiv am Vernetzungsprojekt Küssnacht beteiligt, stellte seine Flächen für den Kurs zur Verfügung. Unter fachkundiger Anleitung von Thomas Winter und Lukas Geser von der Stiftung Wirtschaft und Ökologie lernten die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sensenkurses auf einer Blumenwiese in der Färenstatt in Küssnacht den richtigen Dreh mit der Sense. Wer einmal den lockeren Schwung beherrscht, kann sogar grosse, steile Blumenwiesen in kurzer Zeit mähen – und dabei erst noch etwas für seine Gesundheit tun.
Damit das Mähen mit der Sense optimal funktioniert, braucht es ein scharf geschliffenes Sensenblatt. Wer sein Sensenblatt nicht innert kurzer Zeit ersetzen will, achtet auf eine gute Pflege. Das Sensenblatt muss regelmässig gedengelt werden. Mit einem speziellen Hammer wird dabei die Schnittkante so lange und vorsichtig behauen, bis sie weich wird und spitz zuläuft. Erst dann kommt der Wetzstein zum Einsatz, um die Schnittkante zu schärfen. Wer frühmorgens die Wiese mit der Sense mäht, kommt schneller und bequemer voran, weil das Sensenblatt dank des Morgentaus an den Gräsern und Blumen länger scharf bleibt.
Die Mahd mit der Sense schont viele Tiere. Gämsen, Rehkitze, Amphibien, Reptilien, Heuschrecken, Spinnen und andere Tiere können rechtzeitig fliehen, weil die Sensenmäherinnen und -mäher viel langsamer unterwegs sind als ein motorisierter Mäher. Ausserdem sieht der Mensch die Tiere und kann kurz innehalten oder ein paar Grasbüschel stehen lassen. So konnten anlässlich des Sensenkurses Grasfrösche, Alpensalamander und Haufen der Wiesenameisen – die bevorzugte Nahrung des in Hochstamm-Obstgärten verbreiteten Grünspechts – verschont werden. Zu guter Letzt freute sich auch das Grauvieh von Thomas Büeler über das schmackhafte Wiesenfutter.
Mit dem Vermitteln dieses traditionellen Handwerks wollte der Veranstalter verschiedene Ziele erreichen:
Entsprechend war die Stimmung bei den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern sowie der Kursleitung trotz der körperlichen Anstrengung sehr gut. Ausserdem lobten zahlreiche vorbeiwandernde Erholungssuchende die Sensenmäherinnen und -mäher.