Am 11. Juni konnte man mit Geni Widrig, Wiesenexperte von suisseplan Ingenieure AG, die Tier- und Pflanzenwelt einer Blumenwiese näher kennenlernen.
Organisiert vom Vernetzungsprojekt, fand der Anlass auf einer Blumenwiese von Thomas Büeler im Gebiet Pfaffenhaut statt. Thomas Büeler berichtete über die Herausforderungen in der Landwirtschaft, den Ansprüchen der Gesellschaft, einerseits als Produzent und andererseits als «Landschaftspfleger» zu genügen. Denn ohne die Landwirtschaft, erklärte Geni Widrig, gäbe es in der Schweiz fast ausschliesslich Wald. Somit schafft die landwirtschaftliche Nutzung unterschiedliche Lebensräume, von welchen zahlreiche Pflanzen- und Tierarten profitieren können. So kann man in einer Blumenwiese mehr als 60 verschiedene Pflanzenarten finden. Als Faustregel gilt, dass pro Pflanzenart zehn Tierarten profitieren können.

Diese Tatsache konnte am vergangenen Samstag durchaus beobachtet werden. Wer gute Augen hatte, entdeckte in der Wiese eine Vielzahl an Heuschrecken, Schmetterlingen, Raupen, Bienen, Ameisen u.v.m. Wird eine Wiese intensiver bewirtschaftet, reduziert sich die Anzahl Pflanzenarten auf fünf bis zehn. Diese Wiesen sind dagegen wesentlich reicher an Energie, welche z.B. Rinder benötigen, um die gewünschte Leistung erbringen zu können.
Auch für Gartenbesitzer hatte Geni Widrig einige Tipps parat. Wer eine eigene Blumenwiese anlegen möchte, braucht vor allem eines: Geduld. Bis sich eine Blumenwiese etabliert hat, vergehen einige Jahre. Ebenfalls wichtig sind die richtige Vorbereitung des Bodens sowie die anschliessende Pflege. Übrigens: Saatgut-Päckli für eine Blumenwiese können weiterhin im Rathaus 2 im 1. Stock abgeholt werden.
Im Juli findet im Rahmen von WildWuchs ein Sensen- und Dengelkurs statt. Der nächste öffentliche Anlass ist am 26. August 2022. Dabei geht es um das Thema Fledermäuse.